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beſtand vorzuͤglich darin, allen denjenigen, die ihm zuhoͤren
mochten, kaiſerliche Briefe und Privilegien der Land—
ſchaft vorzuleſen, und dieſelben auf ſeine Weiſe und nach
den Wuͤnſchen der Zuhoͤrer auszulegen. Dennoch fand er nach
und nach Anhaͤnger, welchen wahrſcheinlich von Andern der
Name Aegidler beigelegt wurde; ſie ſelbſt fuhren fort, den
alten Partheinamen der Salpetrer zu fuͤhren. Die Verſamm⸗
lungen wurden gewoͤhnlich zur Abend- und Nachtzeit bei
Riedmatter gehalten; in denſelben ſcheint man ſich uͤber
folgende allgemein angenommene Punkte vereiniget zu haben:
„Salpetrer ſind diejenigen, welche die Rechte der Graf⸗
ſchaft Hauenſtein ſchon fruͤher vertheidigt, und bis jetzt
noch nichts davon aufgegeben haben. Sie beſtehen aus
Maͤnnern und Weibern, die geneigt ſind, um dieſer
Rechte willen ihr Leben zu laſſen. Zwar muͤſſen ſie gegen—
waͤrtig der Uebermacht weichen und ihre ganze Vertheidi⸗
gung dahin beſchraͤnken, auf dieſe Rechte nicht zu ver—
zichten; daher verhalten ſie ſich vor der Hand ruhig,
und fuͤgen Niemanden etwas Leides zu. ) Wenn ſie jedoch
Unterſtuͤ‚tzung faͤnden, namentlich wenn der Rechte, d. i.
der deutſche Kaiſer, in das Land kaͤme; ſo wuͤrden ſie
keinen Augenblick anſtehen, ſeinen Befehlen Folge zu
leiſten.“ *?)
„Denn das Land, urſpruͤnglich reichsunmittel—
bar, wurde einſt von dem Kaiſer dem Grafen Hanns
gegen kleines Schutzgeld verliehen; nach des Grafen Tode
*) Erklärung der Katharina Riedmatter, gebornen Eckert
von Kuchelbach, dritten Ehefrau des Aegid Riedmatter,
53 Jahre alt. (Acten des Freiburger Hofgerichtes.)
**) Erklärung des Andreas Vogelbacher von Buch.
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