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Das Markgräflerland: Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur
42.1980, Heft 1/2.1980
Seite: 81
(PDF, 39 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/mgl-1980-01-02/0087
Mit der in der allgemeinen deutschen Landwirtschaft festzustellenden strukturellen
Veränderung zu größeren Betriebseinheiten kam es in diesem Ausmaß im
Markgräflerland nicht. Sicherlich kam es zur Vergrößerung der landwirtschaftlichen
Betriebe, doch zeigt eine durchschnittliche Rebfiäche von 0,5 ha pro Betrieb
und die Tatsache, daß nur 14 0 o der Erwerbsweinbaubetriebe über eine Rebfläche
von mehr als ein Hektar verfügen, daß es sich beim Markgräflerland um einen
klassischen Bereich des Zu- und Nebenerwerbsweinbaus handelt.

Im Markgräflerland waren unter anderem zwei wesentliche Faktoren dafür verantwortlich
, daß dieser Bereich für die Gründung und erfolgreiche Arbeit von
Winzergenossenschaften prädestiniert war. Die Weinbaukrisen waren hier besonders
tiefgreifend und die Rebgrundstücke pro Betriebseinheit wesentlich kleiner
als im deutschen Durchschnitt. So konnten die Winzergenossenschaften hier seit
den 50er Jahren eine große Bedeutung gewinnen und kontrollieren mittlerweile den
Markgräfler Weinmarkt, was zur Folge hat, daß Selbstvermarkter und Weinhandel
bedeutungslos geworden sind. Ganz im Sinne von Raiffeisen, gelang es den
Genossenschaften so gut wie möglich zu vermarkten. Diese Monopolstellung der
Winzergenossenschaften bedingt vermutlich Preise zu Lasten der Konsumenten.
Andererseits schaffen die guten und sicheren Erlöse einen wohlhabenden Bauernstand
.

Die in einigen kaum genossenschaftlich reglementierten Gebieten Deutschlands
zu beobachtende krisenhafte Einkommensituation im Weinbau, die häufig einhergeht
mit einer mehr mengenorientierten minderen Qualitätsproduktion, ist im
Markgräflerland nicht zu beobachten. Diese negative Entwicklung zusammen mit
einer permanenten Überproduktion von Tafelwein innerhalb der EG veranlaßte
schließlich die Bundesregierung dazu über die EG-Verordnung Nr. 1162/76 einen
Anbaustopp für Neuanlagen zu veranlassen "*). Diese neue Phase von Weinbaupolitik
zielt letztenendes darauf, die in der EG-Verordnung Nr. 1160/76 vom
17. 5. 1976 festgelegte Einkommensgarantie 175) von gesunden bäuerlichen Betrieben
erwirtschaften zu lassen und nicht mit Subventionsmaßnahmen durch den
Steuerzahler zu finanzieren.

So sollte ein wirtschaftlich gesunder Weinbau als landschaftsformende und -erhaltende
Kraft bestehen bleiben.

1. Schrifttum

L 1 Adams, Karl: Die Kosten der Arbeitserledigung im Weinbau unter besonderer Berücksichtigung
der Mechanisierung; München 1963

L 2 Altenfeld u. Rockel: Die Rebflurbereinigungen in Baden in: 25 Jahre badischer Weinbauverband
, Seite 56—64; Freiburg 1976

L 3 Badischer Weinbauverband (Hrsg.): 25 Jahre badischer Weinbauverband; Freiburg
1976

L 4 Badischer Weinbauverband (Hrsg.): Tätigkeitsbericht des badischen Weinbauverbandes
für das Jahr 1976; Freiburg 1977

L 5 Badischer Weinbauverband und Verband badischer Winzergenosssnschaften Freiburg
und Karlsruhe (Hrsg.): Weinland Baden; Mannheim 1969

L 6 Baron, Gottfried: Die Diskussion um landwirtschaftliche Betriebsgrößen in Deutschland
vom Merkantilismus bis zur Gegenwart; Berlin 1975

L 7 Bassermann-Jordan, Friedrich von: Die Geschichte des Weinbaus; Frankfurt 1975
Nachdruck

L 8 Becker, N. /.: Die für den badischen Weinbau empfohlenen und zugelassenen Rebsorten
in: 25 Jahre badischer Weinbauverband, Seite 66—77; Freiburg 1976

L 9 Becker, N. ].: Die Qualität des Weins unter dem Einfluß geographischer und
topographischer Faktoren in: Deutsches Weinbau-Jahrbuch 1978, Seite 71—80; Waldkirch
1977

L 10 Baumann, R.: Weinhandel durch die Jahrhunderte in: Der Weinfreund No. 12,
Seite 22 ff.; Der Weinfreund No. 13, Seite 23 ff.; Mainz 1974

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