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Das Markgräflerland: Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur
63.2001, Heft 1.2001
Seite: 182
(PDF, 68 MB)
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lutherischen Theologie. Mit 19 Jahren wurde Grynäus von Simon Sulzer in
Hauingen, wo sein Bruder Theophil Pfarrer war, zum Diakon ordiniert. In
Tübingen erwarb er seine Doktorwürde und wurde nach dem Tod seines
Vaters durch die Pest mit 24 Jahren als Pfarrer vom Markgrafen nach
Rötteln berufen. Hier waltete er nicht nur gewissenhaft seines Amtes, sondern
gab auch eine Kirchengeschichte und zahlreiche wissenschaftliche
Schriften heraus. Einen völligen Sinneswandel brachte für J.J.Grynäus
1569 seine Heirat'mit Lavinia de Canonicis, der Pflegetochter des Heidelberger
Professors der Medizin, Thomas Erastus. Als streitbarer Nichttheo-
loge nahm er lebhaften Anteil an der damaligen Diskussion über die
Abendmahlslehre zwischen Lutheranern und Reformierten. Er war die
Triebfeder, die Grynäus in Rötteln veranlaßte, sich immer mehr dem reformierten
helvetischen Bekenntnis zuzuwenden. Dennoch erwirkte Simon
Sulzer beim Markgrafen die Freigabe von J.J. Grynäus, des Röttier Superintendenten
, 1574 als Professor an die Basler Universität in der Hoffnung,
die dortigen markgräflichen Theologiestudenten noch im Geiste seines alten
Schülers zu beeinflussen. Aber 1577 kam es auf einer Synode zu Rötteln
im Streit um die sog. Konkordienformel zum endgültigen Bruch zwischen
Grynäus und Sulzer, seinem einstigen Lehrer und väterlichen
Freund. 1579 enthob ihn der Markgraf auf eigenes Ansuchen seines bis
dahin immer noch ausgeübten Superintendentenamtes in Rötteln. Nach jahrelangem
Streit mit Sulzer und dessen Freunden in Basel setzte sich Grynäus
nach dem Tod von Sulzer am 22.Juni 1585 als neuer Antistes am Basler
Münster mit seiner Meinung durch. Damit wurde die Basler Kirche endgültig
dem reformierten Glauben zugeführt. In Rötteln und der Markgrafschaft
blieb man bei der lutherischen Auslegung im Abendmahlsstreit, bis Johann
Peter Hebel als damaliger erster Prälat der neuen Landeskirche Baden 1821
beide Bekenntnisse in der Union zusammenführte. Viele wissenschaftliche
Werke von J.J.Grynäus sind heute noch in der Basler Universitätsbibliothek
. Nachdem die Pest ihm schon früh sechs seiner Kinder nahm, starb
auch seine Frau Lavinia 1610. Er selbst verlor 1612 das Augenlicht, blieb
aber noch als Professor im Amt und starb mit 77 Jahren am 30.August
1617 in Basel, wo er im Kreuzgang des Münsters begraben liegt.

1567 - 1570 Dr. Meledonius, Johann, Diakon, geb. in Thüringen, studiert 1564 -
1566 in Basel, 1570 - 1604 Pfarrer in Efringen, wo er 1604 stirbt. Er
stimmte der Konkordienformel nur bedingt zu.

1572 - 1573 Lind, Johann, Diakon in Rötteln, 1573 - 1577 Pfarrer in Blansingen,
1579 - 1581 in Tegernau. Wird abgesetzt, weil er die Konkordienformel
nicht unterschreibt. 1582 Pfarrer in Rappoltsweiler (Elsaß), 1587 in Mülhausen
.

1575 - 1579 Grynäus, Theophil, Pfarrer und Superintendent in Rötteln, Bruder
des J.J.G., Vater Thomas G., geboren 1534, studiert in Basel und Wittenberg
, wird 1557 Diakon in Rötteln, 1558 Pfarrer in Hauingen, 1566 in

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