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Speieriſche Chronik.
purg, Bobenburg und Eyſted unßern furſten und lieben
andechtigen und ire yedem zu erkennen zu geben. Da-
tum ut supra ete.
105. [Schreiben der Kurfürſten an den
Kaiſer Friderich III.] D. 1456. S. 202. * Aller
dorchluchtigſter keyßer, unßer underteniger ſchuldiger und
williger dinſt zuvoran. Gnediger lieber herre, ewer gnade
iſt wolle ingedenck des erpeitens, das unßer nefe, oheym
und beſunder fruntd ſelige von Trier in eygener perſone,
auch unße rette von unßer wegen off den dag purifica⸗
cionis neſt vergangen, in der Nuwenſtad gehalten, of⸗
fentklich zu hanthabunge criſtenliches glaubes und wider⸗
ſtand den ungeleubigen getan hant, das unßer veder
wollte alle und yeglich puncten, in der verſamnunge zu
Franckfurt zu widerſtant dem ungeburlichen furnemmen
kriſtenlichem namen von den ungelaubigen zu gefugt ge⸗
ratſchlagt und in ſchrifft geſetzt, ſovil und unßer jeden!¹
das berurend were, follekummenlich nachkummen, alſo
das an uns kein gebrech erfonden werden ſolte; und
daby derſelben uwer maieſtad under anderm erzelten,
wo der friede off den vorgehalten dag zu Franckfurt ge⸗
ratſchlackt, gemacht und gehanthapt wurde, das man do⸗
durch uß der dutſchen nacion deſterbaß mocht hilff und
beſtant gein den unglaubigen erlangen, und daruff uwer
maieſtad mit undertenigem demutigem fliß meremals er⸗
ſucht und gebetten, das ire ſollich ſache zu hertze nem⸗
men, uch heruff ine das rich fugen, ſo woltten wir bij
uch perſonlich erſchinen und uch nach unßerm beſten ver—
mogen beſtendigen frieden helffen machen und uns dar
inen alſo halten und bewiſen, dadurch wir hoften ² mit
hilff des almechtigen uwern namen, dem helligen rich
und der duſchen nacion eyn loblich ewig und ſelige ge⸗
dechteniß waſſen und enſten ſolte, ſollichs aber von
uwern gnaden nach bißher verzogen iſt. und als unſer ³⁸
yeder dan noch von unßerm heligen vatter dem babſt
uwern gnaden, dem konige von Ungern und dem bebſt⸗
lichen legaten cardinali sancti Angeli umb hilff und
beſtant wieder die Durcken ſchrifftlich erſucht worden iſt,
haben unßer vyeder daroff“ ſiner heilikeit, uwer maieſtate,
dem kunige und legatten geſchriben und uwern gnaden
den handel und was geratſchlagt iſt, in den ſachen not⸗
durftig ſy zu verſehen, eygentklichen verkindet und ſo de⸗
muttiklichs und fliſſigſt wir mochten, den ſachen alſo
und wie obgemelt iſt noch zu kummen aber gebetten,
auch uns dabij darzu zu helffen und zu ratten folliklich
1 jedern ² heften 3³3 uns *¾ draoff.
* Müller S. 560 folg. gibt über denſelben Gegenſtand zwei
Entwürfe, wovon dieſes Schreiben in der Faſſung an manchen
Stellen abweicht. .
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erbotten, als dan unßer jedes briffe deshalben an uwer
gnaden ußgangen das eygentliche inhaltend. daruff hat
uwer gnade unßer jedem thun ſchriben, das ir wollent
den ſachen noch gedencken und uns das bij uwer eygen
botſchafft uwer antwurt wiſſen lan, ¹ des wir biß her
gewartet haben und aber noch zur zit nit geſcheen, und
doch biß her an unß kein ſumniß geweſt iſt, wann wir
alle yemere und mere von dem megenanten konig umb
hilff und byſtand erfurdert und erſucht werdent und uns
dorch ſin ſchrifften und auch durch den wirdigen herren
Albrech probſt der kirchen zu Tranſſilvanien, beiden rech⸗
ten doctor und des ſtules zu Rome prothonotarius,
ſinen ratte, den er off dem tage zu Franckfurt ad vin-
cula Petri geſchigte, und bij unßern retten und frunden,
die von unßern wegen do ſelbſt warn, gehapt hat, zu
erkennen geben iſt, das der Durcke ſich ine eygener per⸗
ſon und mit zweien hundert duſent mannen in Ungern
und vor Kryſſenwiſſenburg, das dann ein ingang in Un⸗
gern und furter uß Ungern in Duſchland, ſint gelegert
und dieſelbe ſtat etlich zit faſt benotigt haben, und nu
zu beſorgen ſy, wo die ſelbe ſtat gewonnen, als man
dann in groſſen furchten ſtet, das dan darvon der gan—
tzen criſtenheit und bevorab unßer dutſchen nacion vil
unrattes und unoberkumlicher ſchade enſten wurde. und
hat off das der ſelbe probſt mermals und mit allem
ernſt begert die virtzig tuſent man, die des konigrichs
von Ungern botſchafften off dem dag furmals zu Franck⸗
furt von uwern keiſerlichen gnaden und der furſten we⸗
gen zugeſagt ſin ſollen, forderlich zu ſchicken, oder ob
das diß zit nit ſin mocht, den halben teil menklich ²
20 tuſent zu ſenden, oder ob das auch diſer zit [nit ⁵]
ſin mochte, capitanien zu ordniren und die mit gelt alſo
zu verſehen, domit ſie weppener beſtellen, die ſinem“
heren und dem genanten konigrich in dieſen anligenden
notten unverzogelich zu hilff komen mochten.* er hat
auch darzu geſagt, das der genant konig nit gnugſam
ſy, mit ſiner macht den ungelaubigen widerſtant zu thun,
und wo man ym nit hilff dede, das da dorch das ko⸗
nigrich zu Ungern verdrungen, verweltigte und auch die
criſtenheit deshalp vaſte ſere beſchwerte und anfochten,
oder das genant konigrich von den ungelaubigen getrun⸗
gen wirde, mit ine gedinge und ſachen off zu nemen;
und auch doby fermelt, ob die hilff der gemelten zuſa⸗
gunge verzogen wurde, das. man dar dorch urſach gebe,
den krieg off die vertzihen zu wenden und ſich droff be⸗
zugt und proteſtiert von des vorgenanten konig Laß⸗
laus wegen, des genanten konigrichs von Ungern, der
prelaten, furſten und heren und aller andern wegen in
iulant ²* l. nemblich ³ fehlt ¹ ſinen ⁵ mochte.
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