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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/mone1848-1/0621
Speieriſche Chronik.

und ablegung durch inn byllich beſchee: ſo underſtet er
aber bos mit boſerm zu meren und dieß land mit ver⸗
derplichen geſchichten wiederumb under ſich zu bringen.
Darumb durch ſin gefft und ordenung ettlich ſiner diener
uß Burgunden und anderen landen by kurczen vergangen
tagen ſiner und irer eren halb unbewart in die graff⸗
ſchafft Pfirt und dieß gegen hie umb irs gewalts gezo—
gen ſint, und dar in angotlich, anzymlich, anmenſchlich
und annaturlich ſachen und groſen ſchaden mutwyllich⸗
lich begangen und gefurt hant, die greuͤſamlich zu horn
ſint, des halb wir uwer erſamkeit und lieb mit fliß und
ernſt bytten, die von uns her inne zu nemen. nemlich
ſie hant die kirchen und goczhuſer geunwirdiget und ent⸗—
ert, die prieſter geſchmecht, das heilig wirdig ſacrament,
dar uff unſer aller glaub und criſten heyl ſtat, uß den
monſtranczen und andern cleinotten, dar in das loblich
behalten was, ſchmelich und ſchentlich ußgeſchut, und da
durch unſer aller ſchopfer, als die Juden an dem heili⸗
gen erucz datent, geſchendet, geleſtert und gemartelt,
auch die monſtrancze und ander cleynotten, dar in der
heiligen gebein und ander heiltum gefaſt und gemacht
waren, zurtretten, zurbrochen und mit ſampt den kelchen,
baten und meßbuchern hinweg gefurt, kirchen an allen
irn gezieren beraubt, die dafeln uff den altarn, dar an
der heiligen byld gemalt ſtunden, zurhauwen, ffrauwen
und man uff den tornen der kirchen lyplich herabe geworf—
fen, die zu tod gefallen ſind, die kirchen und glocken dar
inn verbrent, ettwe menig cloſter an lute und gute,
dar in bicz here erberer und groſſer gotzdinſt behalten iſt,
gancz entſeczt, alſo das niemands dar inn me wonet,
den prieſter, ſo ſie ab altar gangen ſint, ir zy'tbucher
uß den armen genomen, vil menſchen man und frauwen
ertot, und beſunder vil jungen frauwen und dochter wi—
der iren wyllen geſchendt und gewaltiglich genotzugt, vil
ſugender kind iren muttern ab den bruſten gezerret und
die auch vil andern junger knaben und dochtern, by
trien, viern, funff ader me jaren alt, uſſer lant ge⸗
furt, den armen luten und mannen umb zytlichs gutz
wyllen an iren heymlichen gemachten onmenſchlich pin
und groß martir angetan, etlich frauwen gewondet, doch⸗
ter erſtochen, by iren harn und zopfen uff gehenckt, et⸗
lich frauwen in der kirchen ir beyn von einander ge—
ſperret und mit ſcharffen holczern in irn heymlichen glid⸗
dern gelt geſucht, die deshalb auch geſtorben ſind, auch
mit knaben und frauwen erſchroglich anmenſchlich und
annaturlich leſterlich ſunden, nemlich in der kirchen,
uff dem kerner gewaltiglich begangen, derhalb ein
gancz land under gen mocht, als auch und dergleichen
ſunden ließ verſincken der allmechtig got Sodoma und

Quellenſammlung. I.

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Gomorra. jemerlich ſint zu horen ſolich erſchrocklich un⸗
gerechtikeit.
Solich obgemelt ſachen ſindt von vil geyſtlichen und
weltlichen perſon, frauwen und mannen umb der war⸗
heit wyllen, by irn eyden, ſo ſie alle lyplich dar umb
geſchworn haben, erfaren und uffgeſchrieben, wie wol
die leyder on das offenbar und beſcheen ſint, die alle
uwer erſamkeit zu herczen nemen und betrachten mo—

gent, ob ſolichs nit trefflich oder ſo groß uncriſtliche

handel und getatten ſin, als durch den Durcken und die
ſinen an criſtenblude und dem heiligen criſtenglauben
getan; dan weren ſie durch den Durcken und die ſinen
begangen, von allen criſtenluten, ſo das vernemen, ge⸗
achtet ſol werden, angeſehen, das der Turcke und die
ſinen den almechtigen gott nit erkennen und weder cri⸗
ſam noch tauff an ſich genomen noch enpfangen habent,
ſunder in irem glauben verhert ſind und beharren. und
iſt zu glauben, welcher criſtlicher furſt, herre oder ge⸗
meind die gemelten ſachen hulff ſtraffen, es wurde dem
almechtigen got alſo geneme ſin und werden, als wider
die Durcken zu zy'hen. da by uwer erſamkeit verſten mog,
das unſer herren und obern uff die keiſerlich manung,
dem Turcken widerſtant zu thun, iren und unſern geneig—
ten wyllen nit vollenbringen mogen, ſunder ſich des ge⸗
melten gewaltz und unrechter ſachen mit der hulff, ſo zu
inen und uns gewant ſint, nach unſerm vermogen muſ⸗
ſen und werden uffenthalten. und umb das ſolich laſter⸗
lich und boß ſachen und ungerechtikeit deſter bas wider⸗
ſtant beſche und die gerochen werden mog, ſo wirt das
in die keiſerlich maieſtat richs undertan gebracht mit de⸗
muttiger und gehorſamer bitt, das die ſelb keyſerlich
maieſtat dem almechtigen got zu lob, ſinem ² heyligen
criſtlichen glauben zu hanthabung, dem heiligen rich zu
eren, auch zu ſtraffung der gemelten uübeltat und beſun—
der zu beſchirmung der gerechtikeit des loblichen huß Oſte⸗

rich, das ſin gnade das mercklichſt glid iſt, auch zu

rettung der undertan dieß und anderen landen und ge⸗
meyns nuczs wyllen genediglich geneigt und durch ſich
ſelbs, auch gegen den furſten, herren, gemeinde des
richs undertan daran ſin wollen, damit ſolich ubel ge⸗
ſtrafft und unſerem gnedigen herren und andern, ſo in
dieß vereynigung gehorent, dar inn hulff und byſtant
geſchee mit unverzuglicher furderung, als die notturfft
heyſt, nach dem der gemelt furſt und herczog von Bur⸗
gundien durch den ſchy'n ſins getorſtigen vornemens un⸗
derſtat, ime villicht das heilig rich, alle furſten, ſtet
und gemeinen dar zu gehorig, underworffig und under⸗
tenig zu machen, das zu groſſem und verterplichem

1 gehorſam ² finen.

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