Universitätsbibliothek Innsbruck, UBI-HB254414/2
Mone, Franz Joseph [Hrsg.]
Quellensammlung der badischen Landesgeschichte (Band 2)
Seite: 17
(PDF, 140 MB)
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Freiburg und der Oberrhein

  (z. B.: IV, 145, xii)



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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/mone1854-2/0021
von Georg Schwartzerdt.

doch theten ſie groß ſchaden im landt
mit nam, mit plundern und mit brant,
dargegen hett die widerpart
auch ſchaden gelitten auff der farth
und manchen man darob verzert,
der daheimen wol zupleiben hett. *
doch ſagt die Pfaltz gott billich danck,
daß er die ſtraff verzog ſo lang,
bis Pfaltz ſich ruſt zum widerſtandt,
damit er nit kehm aus dem landt.
wer hets geglaubt, daß man thet horn,
* lies: gert.

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daß der konig mit ſoviel herrn
die Pfaltz übereilt* mit groſſen gewaldt
und mit finantzen manigfalt,
daß ſie in nitt gar hetten vertrieben?
noch iſt er vor in allen plieben
und blib ein churfurſt noch alß vor,
ob er ſchon ettlichs darob verlor
und im ein theil vom landt wardt genommen,
deß iſt ettlichs herwidr khommen.
pfaltzgrave Philips der löblich churfurſt gut,
deß ſeel gott ewig hab in hutt.
* Handſchrift: übereilten.

Bauernkrieg am Oberrhein.

1524.

Zu den gleichzeitigen Chroniken über den Bauern⸗
krieg gehört auch folgende, welche die Pfalz und Baden,
beſonders aber das Gebiet des Biſchofs von Speier be—
trifft, der auch die Aufzeichnung machen ließ, die ſich
in dem Karlsruher Archive befindet. Ich habe dieſe
Chronik ſchon längſt erwähnt, ſie kam aber ſeitdem nicht
heraus, wurde nur von Baͤ der benutzt und erſcheint hier
zum erſtenmal. *
Der Bauernkrieg iſt in neueſter Zeit mehrfach be—
ſchrieben worden und es ſind manche Quellen dafür zu
Tage gekommen. Die Chroniken mögen wohl meiſt ge—
druckt ſeyn; von den Urkunden darüber iſt aber noch die
größte Anzahl ungedruckt.
eigniß nur in ſeinen allgemeinen Zügen, viele Einzeln⸗
heiten und örtliche Vorgänge ſind aber noch unbekannt.
Zu gleicher Zeit mit dieſer Chronik wurde die Ge⸗
ſchichte des Bauernkrieges von dem Pfälzer Peter Ha—
rer abgefaßt, die bisher eine Hauptquelle war. Beide
Schriften ergänzen einander und geben für das badiſche
Unterland eine ziemlich vollſtändige Erzälung. Was den
öſtlichen Theil des Unterlandes betrifft, ſo gibt darüber
die Chronik des Johannes Herolt Auskunft, wor⸗
aus ich mehrere Stücke bekannt machte. **

* Badiſches Archiv 2, S. XVI. Badenia von Bader 2, 173.
** S. meinen Anzeiger zur Kunde der teutſchen Vorzeit, 8,
1 folg., wo noch weitere Nachweiſe über Handſchriften und Li⸗
teratur gegeben ſind. H. Schreiber in Freiburg hat viele Ur⸗
kunden über den Bauernkrieg geſammelt. Es ſind auch dafür zu
benützen Häuſſer Geſch. d. Pfalz 1, 521 flg. Vierordt Geſch.
der Reform. in Baden S. 196 flg. Benſen Geſch. des Bauernkriegs
in Oſtfranken. Erlangen 1840. Geiſſel Kaiſerdom. 2, 173. flg.

Quellenſammlung. II.

Man kennt daher das Er⸗

1525.

Ein kleine ufzeichnus etlicher bawerſchafften entbo⸗
rung und handlung gegen iren oberkeiten und andern
geiſtlichs und weltlichs ſtandts, im funfzehenhundertſten
vier und zweintzigſten angefangen und geratſlagt und
volgends im funf und zweintzigſten jar mit der that
geubt, volgt hernach.
1. [Anfang im Hegau.] Erſtlichs haben ſich im
Hegauwe nemlich die Lupffiſchen, Stulingſchen und an—
derer herſchafften und oberkeiten bawerſchafften im in⸗
gang des winters nit wyt von Rockenhauſen* in einem
rieth oder ſumpff verſamblet, und wiewole das keyſerlich
regiment, ertzhertzog Ferdinandus und ander herſchafften
mit inen vielmals zu vertrag gehandelt, ſo haben ſie ſich
doch nit trennen wollen, ſonder ſeint volgendts im hor⸗
nung gegen iren oberkeiten in thatliche handlung gewach⸗
ſen, und dieſelbigen in viel wege mit blundern, verjagen,
brennen und manicherhandt beſchedigung vergewaltigt.
Under ſolichen bawern iſt auch Fritz von Grunbach uff
dem ſtiefft Spyer mit einem alten grawen barth gewe—
ſen, der ſich alwegen hat horen laſſen, er konne oder
moge nit erſterben, der bunthſchuch hab dan zuvor ſein
furgangkh erlangt. **
Gegen ſolichen bawern und als keyn vertrage volgen
wollen, hat der ſchwebiſch bunth in der faſten thatlich
gehandelt. und wiewol ungeverlich uff zwelff thauſent
daraus erſchlagen und ſonſt umbkomen, ſo ſeint doch die

* So gibt es keinen Ort im Hegau.
** Joſt Fritz von Untergrombach bei Bruchſal war 1502 der
Urheber des Bundſchuhs im Bruhrain, 1513 des Bundſchuhs im
Breisgau, und 1524 der Mitwirker zum Bauernkrieg im Hegau.
S. mein badiſches Archiv 2, 166.
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