Universitätsbibliothek Innsbruck, UBI-HB254414/2
Mone, Franz Joseph [Hrsg.]
Quellensammlung der badischen Landesgeschichte (Band 2)
Seite: 140
(PDF, 140 MB)
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  (z. B.: IV, 145, xii)



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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/mone1854-2/0144
140

bauren darauf ertödtet.* Darnach vergleichte ſich juncker
Ludwig von Liechtenberg mit der ſtatt one des biſchofs
willen. Bl. 90. 91.
1430. [Münze.]
In diſem jar hat man angefangen die örtlin zu
müntzen. * Bl. 91.
1432. [Schauenburg bei Oberkirch.]
Da zogen die von Wirttenberg und die ſtatt Straß⸗
burg für Schawenburgk montags nach ſant Bartholomei
(25. Aug.) und lagen dar vor 17 tage. dazwiſchen ward
darein geredt und gerichtet. Bl. 91.
1438. jar, thet marggraf Jacob von Baden die
ſeinen für Schawenburgk zihen und daz ſchloß belegern,
und lagen dar für auf montag vor Dioniſy (1. oder 8.
Oct.) deſſelben jars, und als ein ſein widerparth eins
rechten einging, da zogen die ſeinen wider davon.
1450. In dem jar, da man zalt nach Chriſti ge⸗
purt 1450. jar, auf ſontag vor ſant Cathrinen tag
(22. Nov.), ward Schawenburg umb die zwey nach
mittag gewunen, und erſtachen von wegen der herrſchaft
Liechtenbergk und graf Hanſen von Eberſtein, durch ver⸗
rätherey einer kuchenmagd, die da worttzaichen gab, das
man in der portſtuben zu abent zehrt, bei 30 menſchen,
frembd und heimbſch.
115à. Und ward dar nach wider gewunen durch
hingebung und mit hilff zweyer knecht, da der ein in

trawen und glauben in das ſchloß auf ein thurn kam,

auf den abent ſ. Jacobi apoſtoli (24. Juli) anno ꝛc. 54.
durch die drei gebrüeder Jerg, Reinhart und Fridrich
von Schawenburgk mit hilf herzog Fridrichs deß pfaltz⸗
grafen. Dazwüſchen hatten's marggrave von Baden und
graf Hans von Eberſtein inne gehabt. ** Bl. 91.
1433. [Theurung.]
In diſem jar erfror wein und korn im Elſaß undt
kam ein große theürung. Bl. 91.
14441. [Armengecken-Krieg. †]
Item auf mitwoch nach den heiligen weinachten

* Die Dörfer Liux und Biſchofsheim am Rhein unterhalb Kehl
gehörten zur Grafſchaft Hanau-Liechtenberg.
** S. v. Berſtett's Münzgeſchichte des Elſaßes. S. 67.
LEVRAUTT essai sur l'ancienne monnale de Strasbourg. p. 306.
HERMANN notices sur la ville de Strasbourg. 14, 1445.
** S. Bd. 1, 446, welche Nachrichten hierdurch ergänzt wer⸗
den. Das Pfälzer Cop.⸗Buch zu Karlsruhe Nr. 100. A. Bl. 268 folg.
enthält eine Urkunde dieſer drei Brüder von Schauenburg vom
2. April 1455, wodurch ſie dem Pfalzgrafen Friderich IJ. und ſeinen
Erben für ſeine Beihülfe zur Wiedererwerbung der Burg eine erb—
liche Oeffnung derſelben einränmen. Es ſtehen dort noch einige Ur—
kunden über die Bezahlung der Koſten, welche die Burg verurſacht hat.
† Dieſe Erzählung ſteht in Schilter's Königshofen S. 931

Straßburger Jahrgeſchichten.

(30. Dec.) zogen ettwa vil bauren von Keiſerſtul und
in der gegend jenſeit Reins gegen Markoltzheim * über
Rein, nemlich irn ſechs hundert und dreiſig, erſtmals;
die komen in ein dorff an die Gecken, da ſie futhern
wolten und machten ſie flüchtig erſtlichen und erſchoßen
irn bei 16 zu todt und zogen gen Schletſtat. alſo kamen
ine hundert gſellen auch über Rein nachzihen und wol⸗
ten zu den ſechshundert und dryßig gezogen ſein. da ka⸗
men ungefehrlich ſechzehen Gecken rennen und machten
dieſelben hundert flüchtig, und kamen darnach ettlich an⸗
der zu inen geritten, daz irn bei den viertzig wurden,
und in der flucht erſchlugen undt erſtachen ſie der bauren
vil zu todt; eim theil war ſo noth zu flihen, das ſie in
den Rein ſprungen und ſich ſelbſt ertrenckten, und wur—
den alſo wol ſechzig ertödtet und ertrenckt und bei den
viertzigen gefangen und gen Marckeltzheim gefürt. Alſo
zogen hernach die ſechshundert wider uß Schlettſtat und
hielten ſich redlich zuſamen, das inen nichts geſchahe,
ſonder mit genoſſen wider über Rhein fuhren. Hetten die
hundert ſich auch bei einander gehalten und zur wehr
geſtellt, ſo weren ſie wol mit der wehr auch davon ko⸗
men, dan der böſen leüt waren wenig, und ob ir doch
vil weren geweſen, ſo waren ſie doch nicht alle wol
geritten auch nit alle wol gewapnet, dan das vierdte
theil hat kein harniſch. wa einer ein wenig redlich ge—
rüſtet war, ſo waren drey oder vier gantz ungerüſt, ein
theil on alles gewehr, ein theil one ſchuhe oder hoſen
oder one kugelhuett, in wüeſten böſen kleidern gleich als
ander verlorne böſe und öde buben, die nacket und bloß
ſummer und wintherzeit waren und nichts anders hetten,
dann das ſie mit irer mörderey und rauberey überkamen.
Bl. 107.
1445. [Erdbeben.]
In dißem jar auf ſant Andrestag (30. Nov.)
zwiſchen 6 und 7 uhren kam ein großer erdbidem.
Bl. 120.
1445. [Münze.]
Und in diſem jar hat man die 3 creützer und blapart
angefangen zu müntzen.
1460. Schouwenburg bei Heidelberg. **
Unlangſt vor ſant Georgy anno 1460 gewan der
pfaltzgrave das ſchloß Schawenburg bey Heidelberg, war
des biſchofs von Mentz. Bl. 122.
l. von dem, oder vom.
ſchrift: weren.
mit mehreren Abweichungen und iſt hier mitgetheilt, um das Ver—
hältniß des Schreibers zu ſeinen Quellen zu zeigen.
* Städtchen vier Stunden unterhalb Neubreiſach.
* S. Bd. 1, 441 folg.

² Handſchrift: waren. ³ Hand⸗


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