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Reimchronik über Peter von Hagenbach.
wir werden' uff? der einen ſyten* ab
ziehen neben dem hag*
und ſolten die büſßen“ laßen ſton“. **
Wie wir auch durch das moß kon**
vaſt hinab hinder in, 220
das würt“ vaſt unßer gewin?
wan gond wir'° in under augen an,
ſo wurden die büchßen ſchaden thun¹¹.“
Die ratgeber? zu dem ſtryt*
zugend'* dohin mit ſchnellem gyd'“.
Der fürſt von Lutringen*
zoh“ neben in geſchwind
mit ſeinem reiſigen züg“,
aber die fußlüt s⁸
lieſßen die rechten ſtraß¹*, I[f. 151. b. B.)]
zugen doneben“ durch das moß, 230
ließen die rüter?! halten vor.
Der hertzog ſah??², für war,
162². Wie der hertzoge von Burgunde
vor Nanſee lag mit einem großen heer und
macht, und wie der teütſch bundt und hertzog
Reinhart von Lutrigen in beſtrittet vor
¹ buchßen, B. ſtehn,
7 wirt, B. *$ gewin
¹ wöllen, B. ² auff, B. ³⁸ ſeiten, B.
B. und etlich durch das moß gehn, B.
ſein, B. * dan, B. ¹⁰° gehn wür, B. ¹¹ than, B. ¹²² ſtreit, B.
¹⁸ zugen, B. ¹ geit, B. ¹⁵° Lotringen, 3. ¹⁶ zog, B. zeig,
B. 18 fußleüt, B. ¹¹ recht ſtroß, B. ²° doneben, B.
B. ²² ſach, B. ²⁸ in B fängt hier kein neues Kapitel an.
* Dies war keine künſtliche Verpalliſadirung, wie bei Murten,
ſondern eine lebendige Hecke. S. Rodt a. a. O. 2. S. 392.
** Das war der Befehl an den rechten Flügel der oberteutſchen
Bundesarmee, die frühere Vorhut unter Wilhelm Herter, welcher
von Neuveville längs der Meurthe bis Madleine vorrückte.
Rodt a. a. O. 2. 400.
***½ Das war der Befehl an den linken Flügel, der nach Mal⸗
grange marſchirte.
† Dieſe waren Wilhelm Herter von Tübingen, der den Haupt⸗
plan des Feldzuges und die Umgehung der rechten Flanke Karls
angeordnet hatte, und Walthard von Wiſſe, der den Marſch nach
Malgrange vorſchlug. Stälin, wirt. Geſch. 3. S. 579 ſagt nach
Knebel a. a. O. 2. 145, Wilhelm Herter von Herteneck habe ſein
Schloß auf Eck bei Dußlingen gehabt und ſei am 2. März 1477
geſtorben. Das letztere iſt zweifelhaft, ſowie die Angabe unrichtig
iſt, daß er auf ſchweizeriſcher Seite Anführer war. Er war auf
lothringiſcher und öſterreichiſcher Feldhauptmann. Nach Rodt a. a.
O. 2. 401 ſtarb er in Baſel am 15. Febr. 1478. S. Wurſtiſen
461. Sein gleichnamiger Sohn wurde 1486 in Hohengeroldseck
vom Pfalzgrafen Philipp gefangen genommen. S. Herzog, elſäſſ.
Chronik 2. S. 133. Seine weiteren Schickſale gibt Rodt a. a. O.
2. S. 401 an.
¹1 reüten,
413
Nanſee und vil der Walhen wurden er—
ſchlagen, und wie der hertzog von Burgund
die flucht nam und do ward erſchlagen. 65.
Januar 1477.]
das ſy vor im, hinden und neben
mit vlyss? wurben umb ſein leben,
des erſchrack der fürſt gut,
er wonde“, er wer alſo behut,
das niemand zu den ſyten?
möcht ſchlahen und beſtritten“.
Do ließ er mit heres“ luſt
die ſeinen verſuchen einen? juſt,
ob im in keinen dingen
ienan wolte? gelingen. 10
Do es nit wolt haften,
da begunden ſy alle* gaffen,
wa! die Schwytzer!“ knaben
hinder ſie wolten traben,
der waß on maßen ſo vil
und zugent alle mit yl
durch mooß und graben,
das ſy den fürſten möchten gehaben'3.
Es was ſchnee und ungewitter,
der weg ward in alſo bitter, 20
das maniger uüber die waaden
im ſchnee und mooß muſt baden.*
Do der fürſt von Burgund erſach,
das do nüt““ was, wan ungemach,
er ſich widerumb wand“,
und wolt fliehen in ſein landt.
Er ſah“, das das glückrad*
von im was gekert ab.
Und wolt dahin?“ fliehen,
ſein heer mit im ziehen. 30
Do ylten?? im die Teuͤtſchen nach, [f. 272. a. A.]
zu fliehen, was im gach,
jedoch ward * er überrandt?.
It. 271. b. A. ¹)
f. 152. a. B.
fſol. 270. b. und 271. a. enthalten Zeichnungen von
1555. Beide Blätter ſtellen nur eine Begebenheit dar. Im Hin⸗
tergrunde ſieht man Berge und eine Stadt, im Vordergrunde ein
Cavalleriegefecht und die Flucht der burgundiſchen Reiterei. fleiß,
B. * Ver dieſem Verſe iſt in B Raum für eine Zeile gelafſen.
meint, . ſeiten, B. ſchlagen und ſtreiten, B. ¹ heereß,
B. »ein, B. irgents wolt, B. fiengen ſie an, B. ¹¹ wo,
B. Schweitzer, B. haben, B. ¹¹ mancher, B. ¹* Dieſer Vers
beginnt in A mit einer großen rothen Initiale. “ nichts, B.
¹7 dan, B. ¹* bewandt, B. * ſach, B. * glickhrad, 3. *1 do⸗
binn, B. * eylten. B, * war, lö. ⁴ überrendt, B.
* Bgl. Etterlin's Beſchreibung, Kronika d. l. Eidgnoſchaft S.
215—216.
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