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Fortſetzungen des Königshofen.
waz von Engellant uſ der fengniſt. Die ander behup er
in der fengniſſe by im und fuͤrt ſy mit im, war er fuͤr,
und tuͤrnelt' ſy und tet in groſſ martel an. Do er ſy
nuͤ uf ein jor in der vengniſſe hette, do? forht der bopſt,
daz men in heimlich ushuͤlfi, do von ſo tet er ſy heim⸗
lich toͤten und heimlich vergraben, daz nieman wſti, wie
er mit in waz umbgangen. Dornach fuͤr der bapſt gen
Pis, gen Luͤk und hielt och den hof da, darnach gen
Parus, ze leſten kom er wider gen Rom und ſtarb in
dem jor, alſ man zalt von gottes gebuͤrt MCCCLXXXVIIII
jor umb ſant Lucas tag (18. October). Dornach uf aller
ſelantag (2. November) erwelten die cardinol aber einen
von Napels, den namten ſy] Bonifacium.
Hiermit ſchließt das III Capitel und es folgen 1 ½ leere Seiten.
Buch 4. Im §. 25 mit dem Worte „duͤt“ beginnt Bl. 85. a.,
welches, wie auch Bl. 85. b. in zwei Columnen geſchrieben iſt.
§. 31. Bl. 85. b. Gebhart wart biſchof zu Stroſburg (folgt eine
Lücke) iore. §. 34. Bl. 86. a. Die in Ba vorkommenden Zuſätze
fehlen in La. §. 65. Bl. 91. a. alte Paginirung) ſchließt ſo: uͤmb⸗
muret und zu ſtetten gemacht und worent daz. (Hierauf folgt eine
Lücke von anderthalb Zeilen.) — nach „begraben“ hat der vierte
Fortſetzer beigeſchrieben: vuül aller guten werk.
[Fortſetzung der Regierungs- und Le⸗
bensgeſchichte des Biſchofs Friderich von
Blankenheim, 1375—1412.] Bl. 89. b. Dieſer*
byſchof was ein unerſchrockener, gerechter herre lange zit
und hielt ſin biſtuͤm lange zit in groſſeme friden und be—
ſchuldete mit ſiner gerechtikeit, das in aller mengclich vorhte
und in liep hette. Diſen friden und diſe gerehtikeit hielt
er wol XVII jor. Dar noch, alſo men zalte noch Chriſtus
gebüurte MCCCLXXXXII ior, do vergaß der byſchof aller
ſiner eren und aller ſiner gerehtikeit gegen den von Stoß—
burg, wann er fuͤr verrethlichen und boͤſchlichen an den von
Stroßburg und tet das in der moßen, alſ ich hernoch
ein teil beſchriben wil. Er ſprach die ſtat von Stroßburg
an umb etteliche reht, die er meinde in der ſtat zuͤ ha⸗
bende und klagete ſich von der ſtat. Do meindent aber
¹ Ba hat: pinigote, tuͤrnelt iſt in den Thurm ſperren. ² in
der Hſ. ſteht do do, Schrbf.
* Dieſe Fortſetzung ſtimmt weder mit der bei Schilter S. 754,
noch mit der im code hist. S. 192, wo ſie aus der lateiniſchen
Chronik ansgezogen iſt, vollſtändig überein. Sie iſt von ſehr flüch⸗
tiger Hand vom Ende des 14. Jahrhunderts geſchrieben. Die ſechs
erſten Zeilen ſtehen auf Bl. 89. a., ſind aber ausgeſtrichen. Nach
deuſelben folgt von einer etwas jüngeren Hand von 1412 vom vier⸗
ten Fortſetzer eine Berichtigung der nachfolgenden Erzählung, welche
ich am Ende derſelben drucken ließ. Dieſe Berichtigung iſt von ei⸗
nem Niederrheiner geſchrieben, wie der Dialekt verräth und wahr⸗
ſcheinlich von einem Manne, der früher in der Utrechter Diöceſe
lebte, wie ich vermuthe, von dem Prieſter Ludwig van Zalder in
Bindernheim.
Quellenſammlung i1.
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die burger in der ſtat, er ſpreche ſuͤ unredelichen an,
wann die reht, die er do meinde zuͤ habende, die gehor⸗—
tent ime nuͤt zuͤ, wann ſuͤ gehortent der ſtette zuͤ. Diſſe
ſtoſſe und geſpenne blibent alſo ſton, daz die von Stroß—
burg alle wegent dem byſchofe wol getruwetent. In den
ſelben ziten, do worent die von Stroßburg in des roͤ⸗
meſchen kuͤniges Wenczeslaus ahte, do truͤg diſer byſchof
Friderich mit dem roͤmeſchen kuͤnige Weczelas an und
mit vil andern groſſen fuͤrſten, groffen, herren, rittern
und knehten, das ſu ſich woltent uüber die ſtat von Stroß—
burg legen, und truͤg der vorgenant byſchof an und
meinde, er woͤlte die ſtat verretlichen gewinnen. Umb
dis antragen wuſtent die von Stroßburg nuͤſchint. Dar
noch beſantent ſich alle fuͤrſten und herren und meindent,
ſu woltent uͤber die von Stroßburg wallen ungewarnat.
Und wart in verkündet, daz ein groß wolg zuͤ ſammene
zuge und nieman wuͤſte, (Bl. 90. a.) war ſu willen het⸗
tent, doch verſehe men ſich, daz ſu in Elſas woltent.
Do die burger dis enphundent, do ſchihtent ſu zu dem
worgenanten byſchof Frideriche ire botſchaft und ver⸗—
ſchribent im, in were kunt geton, daz ein große ſamme⸗
nunge were, und botent in, do nuͤt wuͤſte er uͤt, das er
es in verſchribe, das ſuͤ ſich darnoch rihtetent. Do were
aber in leit geweſen, das ſuͤ ſine boßheit gewiſſet hettent,
und verſchreip in in groſſen untruwen einen fruͤntlichen
brief, der ſtunt alſus: Unſerrn' gruͤß befor?, lieben ge—
truwen, als ir uns verſchriben hant, do lont wir uͤch
wiſſen, das wuͤr die unſern geſchicket hant, umb' die
ſache zů erfarende, was uͤns die widerumb“? bringent,
das ſuͤ erfaren“ hant, das wellent wir uͤch lon' wiſſen.
Geben an mentag noch ſante Bartholomeustage (26. Au⸗
guſt), MCCCLXXXXII jor.
Unſeren lieben getruwen, dem meiſter und dem
rote zů Stroßburg.
So det“ er der ſtat alſus geſchreip. Do meindent
ſuͤ, es ginge ſuͤ nuͤſchint an und getruwetent dem by—
ſchofe, doch nuͤt gar wol, wann in kam vil warnungen,
daz ſuͤ der biſchof boͤſchlichen underſten wolte, und au
dem neheſten ſunnentag dovor, alſo der biſchof der ſtat
verſchriben hette (25. Auguſt), do gewan her Brune von
Roppelſtein die ſtatt Gemern verrethlichen. Die hette
einre von Stroßburg vor ziten verphendet, der hieß her
Heicze von Muͤlnheim, ritter. Und alſo ſü Gemern an
dem ſunnentage gewunnent, do widerſeite her Brune
minen, Sch. und code hist. * zuvor, Sch. ⁸ lant, Sch.
fehlt bei Sch. und im code hist. * herwider, Sch. und code
hist. ⁶ herfaren, code hist. ¹ loſſen, Sch. und code hist. Die
Initiale fehlt, ſtatt „det“ ſteht „der“ in der Hſ. 64
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