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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/mone1863-3/0621
Necrologiſche Annalen von St. Blaſien.

wirklich ihre breves defunctorum nach St. Blaſien ge⸗
ſchickt, wie man aus dem Necrolog beweiſen kann:
Mehrerau, Weingarten, St. Pantaleon in Köln, Muri,
Zwiefalten, St. Peter in Salzburg (?), Schaffhauſen.
Von den übrigen war es mir nicht möglich daſſelbe
nachzuweiſen. Die oben genannten Klöſter ſind aber
wenig im Vergleich zu den etwa 40 conföderirten Männer⸗
klöſtern und es kann auch durch die ſtatiſtiſche Berech⸗
nung der Beweis geführt werden, daß nicht alle con—
föderirten Klöſter ihre preves pro defunctis nach St.
Blaſien ſchickten und ihre Verſtorbenen in das dortige
Necrolog eintragen ließen. Von den fünf Frauenklöſtern,
welche in dem Confraternitätsverzeichniſſe genannt ſind,
rühren die auf jeden Tag kommenden Einträge von 1,69
Sterbefälle von Frauen her. Dabei kommen die Frauen,
die mit d. p. und ſolche, welche als comitissa, matrona
u. ſ. w. bezeichnet ſind, nicht in Betracht, da ſie jenen
conföderirten Frauenconventen nicht angehörten. Mithin
waren nur im ganzen Necrolog ungefähr 616 Todes⸗
fälle von Kloſterfrauen der fünf genannten Fraueneon⸗
vente eingetragen, von welchen jährlich 6,84 eingeſchrieben
wurden. Nach dem oben angenommenen Verhältniſſe von
einem Todesfall auf 40,8 Einwohner, ſetzt die Zahl
6,84 der jährlichen Sterbefälle eine Bevölkerung der
fünf Frauenklöſter von 279 Frauen voraus, mithin für
jedes Kloſter 55 bis 56 Conventsfrauen. Von den weib—
lichen Converſen ſind täglich 1,27 eingetragen, mithin
ſtanden im ganzen Necrolog 438, wovon jährlich 4,85
in daſſelbe kamen. Die Sterbefälle von 4,85 Converſen
jährlich ſetzt eine Zahl von 197 voraus. Dieſe Zahl
ſcheint mir zu hoch, als daß man ſie allein nur auf die
weiblichen Converſen in St. Blaſien beziehen könnte*.
Sie gehörten daher wahrſcheinlich ſowohl in die fünf
Frauenklöſter als nach St. Blaſien, und es hatte mithin
jeder dieſer Convente 35 bis 36 Laienſchweſtern unter
ſich. Von den als fralres bezeichneten Profeſſen finden
ſich, wenn man die Biſchöfe und Aebte, denen auch fr.
beigeſchrieben iſt, nicht zählt, täglich 1,85 eingetragen,
im ganzen Necrolog ſtanden alſo 675, wovon jährlich
7,5 in daſſelbe kamen. Dieſe Todesfälle von jährlich 7,5
fratres ſetzte eine Zahl von 306 Profeſſen voraus.
Sollten ſich dieſe auf die Dom- und Collegiatſtifte und
Klöſter vertheilen, etwa 55, ſo würde jedes derſelben
etwa 5,55 Mitglieder gezählt haben. Aus dieſer Zahl
ergibt ſich, daß nicht alle, ſondern nur ein kleiner Theil
der conföderirten Klöſter wirklich ſeine breves pro de-
functis nach St. Blaſien eingeſchickt hat, woraus die
betreffenden Sterbefälle in das Necrolog kamen. Männ⸗



* S. oben S. 597 und 98.

613

liche Converſen finden ſich im Durchſchnitt täglich 2,20
eingetragen, was für das ganze Jahr die Zahl von
803 gibt. Bon dieſer Zahl waren bei einem neunzig⸗
jährigen Beſtehen der Confraternitaͤt jährlich 8,9 in das
Necrolog eingeſchrieben worden, wonach alſo 363 Con⸗
verſen in St. Blaſien und den verbündeten Klöſtern ge⸗
lebt haben. Dieſe Zahl iſt für St. Blaſieu allein zu
groß, für die 40 conföderirten Klöſter aber zu klein. Es
ergibt ſich alſo auch hieraus, daß nicht alle in dem
Confraternitätenverzeichniß genannten Klöſter die Sterb—
faͤlle ihrer Converſen in St. Blaſien angezeigt haben.

[1068 — 77.] Notum sit omnibus tam praesentibus
quam absentibus, quod congregatio Fructuarien-
sis* et S. Blasii monasterii tali tenore conjunctae sunt,
ut quando altera alteri breves pro defunctis ** suis
fratribus miserit, ea fſaciat una quaeque in missarum et
vigiliarum orationihus, quae de suis noviter defunctis
utraque ex consuetudine solet agere, excepto quod:
„Voce mea“ non dicatur et praebenda in refectorio
non ponatur et illae XXXʒcontinuatae missae non
dicantur, alia omnia fiant: id est, ut VII missae et
ofſicia in conventu ſiant et per triginta dies: „Verba
mea“, et unusquisque sacerdos infra annum XXX
missas celebret et, qui sacerdos non fuerit, X psalaria
dicat. Scribatur eliam in martyrologio regulae. Et ut
hoc inviolabiliter omni tempore teneatur, oportunum
videtur, ut hunc brevem utraque jam dicta congregatio
scriptum (lies scriptam scil. brevem literam) in sua
regula habeat.
Senioribus de Mura*s et de Chotewie et de
Wibelingin †† et de Alpirsbach †††† fſaciendum
est, sicut Fructuariensibus, hoe superaddito,
quod illo die, quo brevis eorum in nostro capitulo pro-

* Frudelle in der Diöceſe Turin.
* S. oben S. 597.
**X Muri im Aargau, geſtiftet 1027.
† Gottweig in Oberöſterreich. Dahin wurde der frühere Prior
von St. Blaſien und Caplan des Königs Rudolf 1094 als Abt
geſchickt. Derſelbe wurde auch Vorſteher von St. Lambrecht, von
Kempten und St. Ulrich und Afra in Augsburg. S. Bernoldi
chronicon ad an. 1094. Daraus, daß Hartmann erſt 1094 nach
Gottweig kam, kann man nicht ſchließen, daß die Confraternität
mit dieſem Kloſter erſt nach 1094 abgeſchloſſen wurde. Nach der
oben aufgeſtellten Chronologie iſt derſellbe zwiſchen 1086 — 94 zu
ſetzen.
†† Wiblingen bei Ulm, geſtiftet 1097 (1099).
†† Alpirsbach au der Kinzig im wirtenb. O.-⸗Amt Oberndorf,
geſtiftet 1095.


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