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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/mone1867-4/0039
der Mitglieder des Prediger⸗Ordens.

füllt werden kann. Man wird aber zu der Vermuthung ge⸗
nöthigt, daß auch ſolche Schriften in Baden entſtanden und
verloren gegangen ſind, weil in dem Werke de apibus mysti-
cis oder bonum universale des Thomas Cantipratanus aus
Brabant, der um 1260 lebte, und von dem Antonius Se⸗
nenſis bibl. fl. ordinis Praed. p. 242 handelt, ſich An⸗
gaben über den Freiburger Prior Arnold und über die
Märtyrin Margaretha in Pforzheim von 1260 finden.
Wie Cantipratanus ſeine Nachrichten aus Pforzheim er⸗
halten habe, gibt er ſelbſt an bei der Legende der Mar⸗
garetha, nämlich durch zwei Pforzheimer Dominicaner.
Ein weiterer Beweis dafür, daß auch in Baden und am
Oberrhein ſolche Aufzeichnungen im 13. und 14. Jahr⸗
hundert gemacht worden ſind, liegt in dem Werke des Br.
Johannes (von Baſel?) von 1466 (ſiehe oben S. 12 und
flg.), welcher Angaben macht über Heinrich den erſten
Prior in Baſel, Johannes und Theoderich von Freiburg,
Ulrich, Hugo, Helwig und Burkhard von Straßburg und
Andere.
Ueber manche obiger Männer- und Frauenconvente
habe ich urkundliche Nachrichten geſammelt, ſollte jedoch
nach den Grenzen der Quellenſammlung nur jene hier an⸗
ſchließen, welche die Klöſter in Baden betreffen, um zu
einer Ueberſicht der Ordensgeſchichte in dieſem Lande einen
Beitrag zu geben. Da es aber nicht möglich iſt, eine
ſcharfe Grenze zwiſchen badiſchen und nicht⸗badiſchen Do⸗
minicanerklöſtern zu ziehen, ſo müßte man einen grö⸗
ßeren Kreis annehmen und Convente, die jetzt im Badiſchen
liegen, auch wenn dieſelben dahin vom Auslande eingewan⸗
dert und ebenſo aus Baden in die Nachbarländer gekom⸗
men ſind, oder ſolche Klöſter im Auslande, welche von
inländiſchem Adel geſtiftet wurden, in denſelben herein⸗
ziehen. So iſt z. B. das Kloſter über dem Haſenpfuhl
in Speier, weil es von St. Leon ſtammt, eigentlich ba⸗
diſch, ebenſo das Kloſter Löwenthal, weil ſeine Grün⸗
dung von Conſtanz ausging, das Kloſter Zofingen in
Conſtanz gehört Baden und iſt trotz des Namens kein
ſchweizeriſches Kloſter. Durch die Reformation der Män⸗
ner-⸗ und Frauenconvente im 15. Jahrhundert ſind der⸗
gleichen Aus- und Einwanderungen noch zahlreicher ge⸗
worden, wie z. B. Pforzheimer Nonnen nach Gnadenzell
in Wirtemberg zogen.
Indeſſen iſt doch nur über folgende wenige Predigerklö⸗
ſter bisher ungedrucktes Quellenmaterial hier gegeben: Zü⸗
rich, Zofingen, Conſtanz, Löwenthal, Neidingen,
Wonnenthal, Klingenthal, Offenburg, Pforz⸗
heim und Heidelberg. Ueber die Klöſter in Freiburg
ſind ſämmtliche Quellen als Zuſatz zur Chronik von Adel⸗
hauſen zurückgeſtellt worden.

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Zürich*, 14. Mai 1231.

Gregorius, episcopus etc. universis ecclesiarum pre-
latis et clericis Turicensibus, Constantiensis diocesis,
salutem etc. Gaudemus in domino et in laudibus dilec-
torum filiorum prioris provincialis ** et fralrum ordinis
Predicatorum in Teutonia gloriamur, quod suum mini-
sterium diligenter implentes se operarios inconfusibiles
exhibent, dum non solum vitiorum sentes de vinea Do-
mini extirpare, verum eliam vulpes parvulas laborant
sollicite capere, que ipsam nituntur vineam demoliri.
QOuare in propagatione sui ordinis eo suavius deleclati,
quo exinde flores et fructus proveniunt gratiores, in-
dubitatam quasi de eis fiduciam obtinemus, quod, qui
spiritu vivunt, spiritu ambulantes, nulli umquam inten-
dupt esse oneri, etsi possent. Sane audito, quod ex
oratorio cum domibus, quod in castro Turicensi de
novo construunt **ς,, estis graviter vos commoli, formi-
dantes, ne ad vestra iura parrochiala manus extendant,
nos et quieti eorum consulere ac veslre indempnitati
precavere volentes super hoc ita duximus providendum,
ut videlicet homines castri eiusdem in nalivitate do-
mini, epyphania, cena domini, resurrectione, ascensione,
pentecoste, nalivitate sancti Johannis Baptiste, assump-
tione beate Virginis et nataliciis aposlolorum per eos
ad divina nullatenus admittantur, donec matulinales seu
populares misse in vestris ecclesiis fuerint celehrate,
nec recipiantur decime ab eisdem. Illorum vero cor-
pora, qui apud eos elegerint sepulturam, prius ad eccle-
siam, de cuius fuere parrochia, ul ibi exequie cele-
brentur, portentur ex more, et lunc ad eorum deferantur
oralorium tumulanda. Quod autem eis ab huiusmocdi
decedentibus in uliima voluntate relinquitur, eorum usi-
bus applicetur, salva illarum ecclesiarum canonica iusti-
tia, a quibus mortuorum corpora assumuntur. Ne igitur
Christi ministros persequi videamini, quos pio lenemini
favore fovere, universilatem vesiram monemus aitente,
per apostolica scripta firmiter precipiendo mandantes,
qualtenus huiusmodi provisionem illibatam omnino ser-

* Die Beſchwerdeſchrift der Züricher Geiſtlichkeit gegen die
Einführung der Dominicauer in der Stadt Zürich, welche dieſes
Breve veranlaßt hat und ungefähr im Jahre 1230 erſchienen
ſein mag, iſt mir nicht bekaunt geworden. Der Widerſtand, den die
Einführung der Dominicauer in Worms fand, ſtand alſo nicht
vereinzelt.
** Er hieß Conrad.
*** Mülinen, Helv. sacra II., pag. 14 nennt den Ort bei
Zürich, wo die Prediger ſich zuerſt niederließen, Stadelhofen, hier⸗
auf wohnten ſie im Niederdorf.


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