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AeeEEESS
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Gewandung etwas befangener. Die Engel zeigen eine sehr ähn-
liche Kopfbildung wie die Kirche und Synagoge. Sehr schön
in ihrer Art erscheinen uns die Gestalten der zweiten Reihe;
die Umrisslinie des Gesichtes ist bei ihnen weich und sanft ge-
schwungen, und der Ausdruck ist voll zarter, lieblicher Em-
pfindung, die fast ein Lächeln auf die Lippen zaubert. Laut-
los scheinen sie in dem Dämmerschein des hohen Raumes wie
Gebilde aus einer anderen Welt um den mächtigen Pfeilerstamm
herumzuschweben, vergleichbar den zarten, wunderlieblichen Ge-
stalten aus den Engelchören eines Lippo Memmi. In einem ge-
wissen Gegensatz zu ihnen stehen die Engel der dritten Reihe.
Ihr Gesicht zeigt härtere, schärfere Konturen und demgemäss —
soweit erkennbar — eine mehr herbe Grösse der Auffassung.
Das Oval ihrer Köpfe ist nicht so vollendet wie bei den Gestal-
ten der zweiten Reihe; durch eine starke Andeutung der Kinn-
lade mit fast eintretender Abschrägung der Wangen wird es in
ziemlich harter Weise durchschnitten. Die Bewegung des Christus
scheint steif und befangen, sein Kopf wesentlich nach dem Typus
der Evangelisten gebildet zu sein.
Einen stärker abweichenden Stilcharakter als die bisher be-
trachteten Skulpturen zeigt das Relief der Grablegung Marias, in
der uns eine äusserst lebendige, dramatisch reichbewegte Kompo-
sition entgegentritt. Was uns in diesem Werke aber vor allem fremd
und neu anmutet, ist, wie man schon lange erkannt hat, der Um-
stand, dass gleichsam ein Hauch antiken Geistes über ihm zu
schweben scheint. Freilich ist es nicht die reine Antike, an die
wir uns hier erinnert fühlen, sondern es ist mehr eine idealisierte
Antike, eine solche, wie sie von den römischen Copisten geliefert
wurde, und wie wir sie zum Beispiel auch bei Niccolo Pisano
finden. So hat man denn auch ganz mit Recht vor dem Strass-
burger Relief an diesen Meister gedacht: eine Art Geistesverwandt-
schaft des deutschen Künstlers mit ihm ist nicht zu leugnen. Sie
wurzelt zunächst in der gemeinsamen Stellung, welche beide zur
Antike einnehmen (nur ist der Deutsche hier viel selbständiger), so-
dann aber beruht sie darauf, dass wir in beiden zwei hervorragende
Vertreter der Renaissanceströmung zu erkennen haben, welche
mit der Gotik bereits, wie wir noch sehen werden, ihren Einzug
im Abendlande hält. Der Strassburger Meister ist dabei entschieden
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