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es nahe, hier auch einer anderen Erſchei⸗
nung im künſtleriſchen Ceben des Elſaſſes
zu gedenken, die auf dem literariſchen
Gebiete in ihrer Weiſe nicht weniger „Volks⸗
Runſt“ bietet, des Elſäſſiſchen Theaters.
Auch von dieſer Dialektbühne gilt, was
von Kunſt und Kunſtgewerbe geſagt wurde;
ſie hat durch auswärtige SErfolge in den
Hauptſtädten Südweſtdeutſchlands, in Karls⸗
ruhbe, Mannheim, Baden⸗Baden, Stuttgart
u. a., wie auch in Berlin, in weitem Umfang
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Zeugnis abgelegt von dem friſchen künſt⸗
leriſchen Ceben, das in unſerem Cande
allenthalben und auf allen Gebieten her⸗
vortritt. Von Dr. J. Greber und G. Stos⸗
Ropf begründet, tritt das Theater unter
der Ceitung von Guſtav Stoskopf, welcher
zugleich ſein populärſter Dichter iſt, mit
dieſem Winter in ſeine zehnte Spielzeit
als ein Unternehmen, das in der kurzen
Zeit eines Jahrzehnts ſich weitgehende
Sympathie erworben hat.
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Ein Colmarer Schultheiß im 13. Jahrhundert.
Von
Prof. Dr. Bresslau⸗Straßburg.
Daß Colmar aus einem Dorfe eine
Stadt geworden iſt, verdankt es dem Kaiſer
Friedrich II. aus dem Geſchlecht der Staufen.
Es werden nun bald ſiebenhundert Jahre
ſein, daß der mächtige Herrſcher das Dorf
Colmar für ſich und das Reich erwarb,
eine Mauer darum bauen ließ und einen
Schultheißen daſelbſt einſetzte; die Stadt, die
ſo entſtanden war, hatte einen Kat, der ihre
Angelegenheiten verwaltete, und war dem
Reiche treu und gewärtig. Als aber der
Papſt Innocentius IV. im Jahre 1245 den
Kaiſer, der ihm in Italien nicht ſeinen
Willen tun wollte, für abgeſetzt erklärt und
den gegen ihn ausgeſprochenen Bannfluch
erneuert hatte, da ſtürzten ſich aller Orten
in Deutſchland die Gegner des Kaiſers
und des Reiches auf deſſen Güter und
ſuchten ſie in ihre Gewalt zu bringen. Hier
im Elſaß war Herr Heinrich von Stahleck,
der auf dem Straßburger Biſchofsſtuhle ſaß,
der mächtigſte unter den Feinden des Kaiſers,
und als Friedrich und ſein Sohn Konrad IV.
fern im Süden geſtorben waren, und die
„kaiſerloſe, die ſchreckliche Heit“ in Deutſch⸗
land angebrochen war, fuhr er fort, ſo
viel er konnte, vom ſtaufiſchen Gut im Unter⸗
und Oberelſaß in ſeinen Beſitz zu bringen
und wollte ein großes Fürſtentum unter der
Herrſchaft des Krummſtabes vereinigen.
In Colmar war damals Johannes
Röſſelmann Schultheiß, der ſeit 1249
dies Amt bekleidete. Im Dominikaner⸗
kloſter in Colmar, wo man ihm und ſeinem
Hauſe übelgeſinnt war, erzählte man, er ſei
der Sohn eines Schuhmachers aus Türkheim
geweſen und hätte ſein Amt mit allen mög⸗
lichen Mitteln erlangt, aber ein Straßburger
Geiſtlicher, der von ihm berichtet, ſagt, er
ſei in Colmar mit vielen Leuten verwandt
und bei den Bürgern ſehr beliebt geweſen:
es war nämlich ſchon damals ſo wie heute,
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