Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., M 8295,u
Petrus, Franciscus
Suevia Ecclesiastica Sev Clericalia Collegia tùm secularia tùm regularia: Quaevis Item Diversorum Religiosorum Ordinum Utriusque Sexus Monasteria Nova Et Antiqua In ... Ducatu Sueviae consistentia: Cvm Svis Respective Fvndationibvs, Originibus, Jvribvs, Privilegiis, Immvtationibvs [et]c. [et]c.
Augsburg
Seite: 684
(PDF, 241 MB)
Bibliographische Information
Startseite des Bandes
Freiburg und der Oberrhein

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/petrus1699/0708
682
Fuͤrſtl. Gnaden mit ihren Vorwiſ⸗
ſen einen anderen tauglicheren und
verſtaͤndigeren dahin verordnen / der
doch Ihr Fuͤrſtl. Gnaden als dem
Nands⸗Fuͤrſten und Schirm⸗Herren
verpflicht ſeyn ſoll. 6. Daß man
ihnen die abgebrochne Gemach / und
ſonderlich die Kirch wieder ſoll bau⸗
en.
Abgeloͤſte Guͤlten / den verlaſſuen
Hausrath / als Roß / Vieh ꝛc. ꝛc. auch
das Geld / ſo
nichtige und vergebliche Vorderun⸗
gen: ſtehen nicht im Kayſerl. Befelch
2ꝛ2c. ꝛc. ſo ſeyen dergleichen auch ande⸗
ren nicht erſtattet worden / und dan⸗
noch ſie zufrieden geweſt. 7. So ha⸗
ben ſie die Wuͤrtenbergiſche Geſand⸗
te den Cloſter⸗Frauen abgeſprochen /
daß Grund und Boden des Gotts⸗
haus ihnen eigenthumblich zugehoͤr.
2. Ihr Fuͤrſtl. Gnaden als Lands⸗
Fuͤrſten und Schirmherren der Be⸗
aydigung und Vorpftichtung der
Unterthaͤnen im Dorff Gen ingen
vorbehalten. Welches ſie die Pful⸗
lingiſche Verordnete widerſprochen /
mit Vermelden / daß die Frauen in
ihrem Boden des Cloſters Kayſerli⸗
che und Paͤbſtliche Freyheiten und
Gerechtigkeit gehabt / daß niemands
als ſie im Begriff des Cloſters zu ge⸗
bieten oder zu ſchaffen / deßgleichen

ehoͤr das Dorff Genckingen den

Frauen mit aller Oberkeit zu / und
haben Ihr Füuͤrſtl. Gnaden kein Ge⸗
rechtigkeit daſelbſt. 9. Begehrten
ſie / daß der neugebaute Thurn oder
Waſſer-⸗Haͤußlein abgebrochen werd /
damit das Cloſter wieder verſchloſſen
koͤndte werden / welches ihnen die
Wuͤrtenbergiſche Abgeſandte abge⸗
ſchlagen / und darauff ſich zu den Clo⸗
ſter⸗ Frauen ſelbs nach Pfullingen
verfuͤgt / ſich getroͤſtend / ſelbige leich⸗
ter zu uͤbervortheilen / aber ſie die
CLloſter⸗ Frauen / haben gleichfalls
ſonderlich auf die Reſtitution der Do.
cumentorum gedrungen / ſich darinn
zu erſehen / und alsdann / wo ihnen
moͤglich/ Krafft derſelben in ein und
anderen einzuwilligen. So wollten
ſie ebnermaſſen nicht gedulden / daß
ihrem Cloſter Wuͤrtenbergiſ. Staͤll
lten. n s waͤre ihnen

Suewviæ Eccleſiaſticee

Item das Haupt⸗Gut fuͤr die

aus Holtz geloͤſt / ſeyen

treiben fuͤrgehalten worden/ als al⸗
lein weil das Hof⸗ Geſind und die
Cloſter⸗Frauen nicht zuſammen ge⸗

hoͤrten. Welches doch anjetzo geſche⸗

hen muͤſſte / das ihnen aber nicht ver⸗
antwurtlich ſeyn wurde. Und iſt
ſchließlich der Wuͤrtenbergiſ. Mey⸗
nung / wann Ihr Fuͤrſtl. Gnaden ih⸗
nen die Stallung und das Waſſer⸗
Haͤußlein (damit ſie alldort wieder⸗
umb die Kirch moͤchten bauen / und
das Gottshaus koͤnnte beſchloſſen
werden) hinwegg zu thun verſchaf⸗
fen wurden / ſich die Cloſter-Frauen
in anderen Articklen weiſſen laſſen.

So hat unter waͤhrender dieſer
Handlung die Abbtißin ſelbs mit
eigner Hand an ihre Abgeſandte ein
Schreiben laſſen abgehen / dieſes In⸗
halts: Guͤnſtige weiſſe Herren ꝛc. ꝛc. Das
Waſſer⸗Haͤußlein und Stall betreffend /
bin ich mit meinem Convent thaͤtig wor⸗
den / daß Wuͤr ſolches nicht bewilligen
noch nachgeben woͤllen oder koͤnten keines⸗
wegs / dann die fuͤrnehmſt Urſach Unſers
Wiederfommens iſt / das Lob und Dienſt
GDOttes da wiederum zu vollbringen nach
den Willen und Befelch der Stiffter des
Gottshaus / welches Wuͤr nicht vollſtre⸗
cken koͤnnten / dieweil Wuͤr in Mangel
ſtehen der Kirchen / auch Unſere Stiffter
und Aelteren liegen / und ſonſt
nicht Platz oder Geſchicklichkeit da vor⸗
handen / deßgleichen auch zu Unſerem
Vieh / ohne die Scheuren und Staͤll / und
ſo ſolches nicht in euerem Befelch oder
Gewvalt iſt / woͤllen Wuͤr bey Ihr Fuͤrſtl.
Gnaden wiederumb anhalten / muͤgen in
den andern Articklen fuͤrfahren.

Fol. 145. den 24. Julii (1555.)
iſt den Cloſter-⸗Frauen zu Pfullin⸗
gen / wie auch faſt zu gleicher Zeit
mit Graden Cell / Maria Reuthen /
Weyler bey Eßlingen / und anderen
insgemein der Catholiſche Gotts⸗

dienſt / ſambt allen Kirchen⸗ Caͤre⸗

monien und Clöſterlichen Gebraͤu⸗
chen abgeſchafft / herentgegen die
Wuͤrtenbergiſche Reformation und

Cloſter⸗Ordnung uͤbergeben / und


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/petrus1699/0708