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$ 14. Der Ursprung des St. Blasianischen Planes einer Germania sacra 59
was sich in St. Blasien vorbereitete! Er schrieb damals an
Gerbert (St. Paul IX 238), daß die Liturgiegeschichte in
Deutschland besser bearbeitet werden sollte, frug, wie es mit
Gerberts musikgeschichtlichen Editionen und der Schwarz?
waldgeschichte und anderen gelehrten Unternehmungen gehe.
Erst in der verlorenen Antwort vom 26. Mai auf diesen Brief
teilte ihm Gerbert mit: Es werde „an der Geschichte des Bis*
tums Konstanz sowohl als auch an einer (!) Germania sacra
gearbeitet". So zitiert Würdtwein in seiner Antwort vom 14.
Juni 1783 (St. Paul XI 528), deren Anfang ich hieher setze:
„Euer hochfürstlichen Gnaden soll andurch aufrichtigst ver?
sichern, daß die jüngsthinnige Zuschrift vom 26. Mai mich
ohngemein vergnüget habe, da ich daraus ersehen, daß an
der Geschichte des Bistums Konstanz sowohl als an einer
Germania sacra gearbeitet werde." Das wäre also die ganze
Reaktion auf eine angeblich seit vollen vierzehn Jahren sehn?
suchstvoll erwartete endliche Entscheidung Gerberts! Nicht
von der (!) Germania sacra redet hier Würdtwein, über die
er schon so viel mit Gerbert verhandelt haben soll, sondern
von einer (!) Germania sacra, über die er — so müssen wir
doch sinngemäß ergänzen — noch nichts Näheres weiß.
Aber Albert hat für seine These noch ein zweites Argu?
ment zu dem Briefwechsel hinzu vorgeführt. „Jedes noch
etwa vorhandene Bedenken", daß die erste Anregung zur St.
Blasianischen Germania sacra von Würdtwein ausgegangen
sei, müsse, so meint er, schwinden, wenn man den Plan der
Germania sacra mit dem der Concilia Moguntina vergleiche,
wie ihn Würdtwein 1761 und 1766 entwickelt habe. Albert
behauptet, der Plan der Germania sacra sei abhängig von
dem der Concilia Moguntina, „weiter nichts als der er?
weiterte Entwurf" derselben. Er kann doch wohl nur — ge?
nauere Hinweise fehlen — die Angaben in § 5 des Elen?
chus conciliorum Moguntinorum von 1761 meinen. Hier gibt
Würdtwein eine Sciagraphia historiae Moguntinae diploma?
tico?pragmaticae. Sein Plan ist:
1) Sammlung der Diplomata und Chartae.
2) Die Behandlung der Concilia Moguntina.
3) Die Behandlung des Clerus saecularis in ecclesiis Metro?
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