Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., M 85,fi-1
Pfeilschifter, Georg
Die St. Blasianische Germania Sacra: ein Beitrag zur Historiographie des 18. Jahrhunderts
Kempten, 1921
Seite: 86
(PDF, 47 MB)
Bibliographische Information
Startseite des Bandes
Alte Drucke und Autorensammlungen

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/pfeilschifter1921/0104
86

§18. Fortsetzung der Diskussion über die Stoff Zuweisung

nur die wichtigsten namhaft. Schon am 11. August 1784
schrieb der 84jährige Trierer Weihbischof Nikolaus von
Hontheim (Febronius) an Gerbert: Ich muß Dir zustimmen,
wenn Du urteilst, daß für ein so großes Werk wie die Ger*
mania sacra es zu viel sei, wenn für die eine Diözese Mainz
allein 3 volle Bände gefordert werden. Würdtweins Rat und
Plan wäre gut, wenn er allein die Geschichte der Diözese
Mainz schreiben würde. Es muß überall eine richtige Pro*
portion herrschen wie z. B. in der Gallia christiana, wo ,bre*
vitas quidem est, sed proportio' (St. Paul VI 207). Ähnlich
antwortet Garampi an Gerbert am 20. Aug. (St. Paul XI 75)
über den Prospekt Würdtweins: „L'idea n'e in vero vastis*
sima." Wenn man so fortfahren würde, würden die späten
Enkel noch Mühe haben, das Ende zu erleben. Er bewundere
Gerberts Aktivität und Erudition, die ganze Gesellschaft zu
leiten und zu beseelen. Die gleichen Bedenken kehren
verstärkt in späteren Briefen wieder. Auch Zurlauben gab
Gerbert recht. Ich habe mich betreffs Würdtwein vollständig
nach Ihren Intentionen gerichtet, schreibt er am 24. Aug. (St.
Paul X 111) an Gerbert. Würdtwein war von meinen Ausfüh*
rungen betroffen, und ich glaube, daß er den Einwendungen
Rechnung tragen wird, zumal zu erwarten ist, daß die Kritik
seinen weitschweifigen Plan nicht günstig aufnehmen wird.
Wenn er sie kürzen wird, wird die Mainzer Geschichte aus*
gezeichnet an der Spitze der Germania stehen. Der bekannte
Numismatiker und Oberbibliothekar in Gotha, Hofrat J. K.
Schläger, einer der treuesten Freunde St. Blasiens und selbst*
loser Förderer der Germania sacra trotz seiner 78 Jahre, ist
unglücklich über Würdtweins Plan: „Falls er dabei bleiben
sollte, würde er die Germania sacra mehr hindern als fördern"
(4. Sept. 1784: St. Paul VIII 203 f.). Wie ein anderer prote*
stantischer Gelehrter, Herr von Gercken in Frankfurt, zu
dem Würdtweinschen Plan stand, kann man seiner Beurtei*
lung des Grandidierschen Prospektes entnehmen. Sogar die*
sen hielt er für viel zu weitläufig und meinte, daß alsdann 30
Bände nicht hinreichen würden (7. Juli 1785: St. Paul XI 132).
Im Namen der wissenschaftlich sehr tätigen Mönche des
Benediktinerklosters Banz, die eifrige Mitarbeiter an der


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/pfeilschifter1921/0104