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$ 18. Fortsetzung der Diskussion über die Stoff Zuweisung
toratensis nostrum omnino facimus eumque vere normam
aliorum episcopatuum elaborandorum quoad fieri potest assu*
mimus, ne alterum archidioeceseos Moguntinae imitando
opus immensum sistere cogamur, facile fini mundi superstes
futurum." Das Gleiche berichtet er an den Abt von Otto*
beuern am 28. Nov. mit dem Beifügen, daß Gercken nach der
Grandidierschen Norm die nördlichen Bistümer bearbeiten
werde.1) Dieser hat freilich ein halbes Jahr später, wie wir
oben gehört haben, selbst den Grandidierschen Prospekt noch
für viel zu weitläufig gehalten. Ussermann erwiderte Gercken
am 22. Juli 1785 (St. Paul XI 146): „Sie denken vollkommen
wie mein Fürst, daß alle Weitläufigkeit im Kleinen sowohl als
Großen müsse vermieden werden; denn sonst würde man das
Publikum ermüden und erst späte an das Ziel kommen. Dies
war auch die Ursach, warum wir dem allzu weitschichtigen
Plan des Herrn Würdtweins wegen Maynz auf allgemeines
Zureden nicht folgen konnten, worüber er aber auch nicht
allzu gut auf uns zu sprechen ist, und wir wegen seiner noch
nicht recht wissen, wo wir daran sind. Herrn Grandidiers
Plan, den wir mit ihm hier gemeinschaftlich entworfen, gefiel
deswegen uns und Fremden besser, weil wir ihn besagt unse?
rem Ziel gemäßer zu sein erachtet. Denn eine Quart (!) von
3 Foliobänden für ein Bistum ist doch wohl ein großer Ab*
sprung. Sollte aber auch dieser noch zu weitläufig sein, so
werden wir allzeit jenen einsichtsvollen Männern vielen Dank
wissen, Ihnen besonders, wenn wir von Ihnen eine Anleitung
erhalten, wie Alles noch ins Kürzere gebracht werden kann,
doch so, daß immer ein Ganzes auch im Kleinen heraus*
komme; denn sonst dörfte die Germania sacra nur auf eine
Bibliotheca Germaniae sacrae oder eine simple Nachahmung
der Gallia christiana hinauslaufen." Einen solchen Vorschlag
hat Gercken meines Wissens nicht gemacht.
*
Eine andere schwierige Frage wurde bei diesem Gedan*
kenaustausche wiederholt angeschnitten, nämlich die nach
l) St. Paul XI 86; vgl. die Veröffentlichung nach dem Ottobeurer Original
a. a. 0. 8. 116 f.
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