http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/pforte-1991-10-11/0033
Zu Abb. 7 und 8: Umfaßt von der Großen und der Kleinen Elz wurde die Stadt als eine
Art »Inselfestung« angelegt. Hier ein Ausschnitt im Bereich der Schulstraße.
Zu Abb. 9: Im Bereich des Kinderspielplatzes in der Schulstraße ist der Aufbau der ehemaligen
Befestigungsanlage heute noch besonders gut erkennbar:
Kleine Elz" - Freiraum (nach Zerstörung des Textilgeschäftes Weiss durch einen Volltreffer
im Zweiten Weltkrieg)2' - ehemaliger Trockengraben3' - Freiraum4' - Stadtmauer5'.
Vor der Erfindung der Geschütze reichte eine
solche einfache Stadtmauer mit zusätzlichen
Hindernissen, verstärkt durch Bewässerung,
aus. Dem Angreifer standen nur Vorrichtungen
mit begrenzter Schleuderkraft, wie Bogen
, Armbrust, Wurfmaschine oder mit
unmittelbarer Stoßkraft, wie Hacke, Rammbock
, Widder, zur Verfügung. Beim frontalen
Angriff gegen die Mauer hatte er zuvor
den Graben zu überwinden, ehe er Sturmleitern
anstellen und Widder und Rammbock
einsetzen konnte. Die Verteidiger
hingegen fanden hinter Schießscharten und
Mauerzinnen Deckung. Sie konnten die Angreifer
von der hohen Stadtmauer wirksam
bekämpfen. Gelangten letztere aber in den
Graben und an die Mauer, dann waren sie
im toten Winkel schwer zu fassen. Der
Bogen- od. Armbrustschütze, der einen Gegner
am Fuß der Mauer beschießen wollte,
mußte sich über die Mauer hinauslehnen
und wurde so selbst zum Ziel. Angriffs- und
Befestigungstechnik blieben lange auf diesem
Stand.
1) 4 m breit und 2 m tief, 2) 16 m breit
3) 3 m breit, 4) 14 m breit, 5) 3,50 m hoch
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