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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/pietzsch1877/0016
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Zügels. Der Lehrer, der seinen Schüler auf offener See angekommen
sieht, muss nun der gute Steuermann sein, der
Acht hat, dass das Schiff auf dem weiten Ocean nicht unnütze
Bahnen durchläuft, sondern auf nächstem "Wege nach dem
Hafen strebt; er muss die Segel einziehen, wenn ein zu lief-
*tiger Wind seinen Kiel mit stürmischer Gewalt ans Land zu
werfen droht.

Also, Liebe zu wecken, Herzen zu gewinnen für geistiges
Streben, das ist das hohe Ziel des Unterrichts. Aber
es ist ein langer und beschwerlicher "Weg, der nach diesem
Ziele führt, rings umlagert von Gefahren und Schwierigkeiten
aller Art, von denen eine der grössten die ist, dass
der Schüler durch die Menge des aufzunehmenden Stoffes
erdrückt und das Interesse in ihm frühzeitig getödtet, statt
" geweckt wird. Uebersehen wir noch einmal den Weg, den
die griechische Erziehung einschlug, wir werden finden,
er ist dem unseren fast entgegengesetzt. Sie suchten ihre
Jugend vor allem an ein thatkräftiges Handeln zu gewöhnen,
den Willen zu stärken, Liebe zum Schönem und Guten in das
Herz zu pflanzen. Sie fingen mit dem an, was am Ende zu
erreichen wir mühsam streben. •

Und doch können wir kaum einen andern Weg einschlagen.
Wir müssen frühzeitig auf Aneignen bestimmter Kenntnisse
dringen, weil wir zu viel zu lernen haben und weil bei uns
die Zeit kostbarer ist, als bei den Hellenen.

Sehen wir uns nur um unter den höheren Berufsarten
des Lebens. Ueberall haben Jahrhunderte schon gedacht und
gearbeitet, eine Fülle des Stoffes liegt vor uns, die erst aufgenommen
und durchdrungen sein will, ehe wir selbständig


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