Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene, Bibliothek, Frei122-Z5
Aksakov, Aleksandr N. [Begr.]
Psychische Studien: monatliche Zeitschrift vorzüglich der Untersuchung der wenig gekannten Phänomene des Seelenlebens
35. Jahrgang.1908
Seite: 110
(PDF, 215 MB)
Bibliographische Information
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110 Psychische Studien. XXXV. Jahrg. 2. Heft. (Februar 1908.)

Logik schloss er, dass mir der Schrecken eine Halluzination
erzeugt habe. Allein ich fühlte, dass es das nicht war!
Doch wollte ich ihn beruhigen; er war so in Sorge um
mich.

Wir kamen, ohne dass sich noch etwas Besonderes ereignet
hätte, nach Hause; ich machte alle Anstrengungen,
um heiter zu erscheinen, aber ich hatte doch Furcht. Daheim
führte mich mein Vater in mein Zimmer, denn er
sah, dass ich leidend war. Er entfernte sich einen Augenblick
, da ich mich umkleiden wollte. Und da, als ich allein
war, erschien „siea wieder!! Mein Schreien rief meinen
Vater zurück, der nun den Arzt holen liess, denn er sah
nichts, lind als dieser kam, verschallte mir der Gute Ruhe,
indem er mir fünfzehn Tropfen Opium gab, so dass ich einschlief
. —

Dies also, mein Herr, war der erste Besuch Noulds.
Ich habe Ihnen denselben mit allen Einzelheiten erzählt,
denn alles Ist mir im Gedächtnis geblieben. Noula wurde
immer deutlicher für mich zu sehen, besonders seitdem ich
kränkelte, denn die Traurigkeit meines Lebens hatte auf
meine Gesundheit einen nachteiligen Einfluss. Ich bin sehr
blutarm und schwächlich, Noula dagegen ist stark und fühlt
sich wohl. Ich kann Ihnen nicht erzählen von der zahllosen
Menge Aerzte, die ich konsultierte, von den Brommitteln,
die ich nahm, und den hydropathischen Behandlungen, denen
ich mich unterworfen habe, besonders in Prankreich, wo
man mich geradezu gefoltert hat. Ein Arzt glaubte Erfolg
mit dem Magnetismus zu haben; aber er konnte mich nicht
einschläfern trotz seiner elektrischen Apparate. Doch hatte
ich zu dieser Methode das grösste Vertrauen. Mehrere
haben mein Leiden Hysterie genannt. Ich kann daran
nicht glauben, denn ich bin, wie mir scheint, eher apathisch
und immer in gleicher Stimmung. Ich bin nur ausserordentlich
sensibel, sowohl Menschen wie Tieren gegenüber. So
ist es z. B. in Russland üblich, dass die Landleute und die
Dienstboten barfuss gehen. Mir ist es unmöglich, dies zu
sehen; ich schaudere davor und ich würde ihnen alles
geben, nur um dies nicht sehen zu müssen. Man weiss das
so genau, dass jeder Bauer, der in der Nähe des Schlosses
arbeitet, sein Paar Pantoffeln bei sich trägt und sich beeilt,
dieselben anzuziehen, wenn er mich in der Nähe weiss.
Meine Ehe war recht traurig, denn ich litt jetzt noch mehr
als je durch Noula. Ich will Ihnen sagen, warum? Weil
ich meinen Gatten so sehr geliebt habe. Er wurde mir
durch dia Cholera, die hierzulande häufig ist, entrissen.
Ich habe Ihnen jetzt gesagt, was Sie zu wissen wünschten.


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