Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene, Bibliothek, Frei122-Z5
Aksakov, Aleksandr N. [Begr.]
Psychische Studien: monatliche Zeitschrift vorzüglich der Untersuchung der wenig gekannten Phänomene des Seelenlebens
35. Jahrgang.1908
Seite: 139
(PDF, 215 MB)
Bibliographische Information
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Parapsychologie und Grenzgebiete der Psychologie

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/psychische_studien1908/0150
Sulzer: Sekundäre Persönlichkeit oder Spirit? 139

wollte sich nun ankleiden, konnte aber sein Gewand nicht
finden. Die Mutter musste ihm dazu verhelfen. Dann
fragte er: „Wo ist meine Uhr?" Die Mutter machte ihn
darauf aufmerksam, dass er sie doch verdorben und zu
einem Uhrmacher gebracht habe, dessen Namen sie nicht
kenne. Davon wusste er nichts, sagte aber, er wolle nochmals
schlafen und die „Geister" fragen. Er konnte sich
nämlich leicht selbst in Halbtrance versetzen und in diesem
Zustand mit den „Geistern" sprechen und hatte dies früher
oft getan. Nach dem Erwachen sagte er, die „Geister"
haben ihm den Uhrmacher genannt, bei dem die Uhr liege.
Sie fand sich auch wirklich dort vor. Emil wusste ganz
gut, dass er lange Zeit nicht mehr in seinem Körper,
sondern in Hannover im Körper eines anderen gewesen sei.
Er erzählte, er habe dort 220 Mark Monatslohn und
besseren Tisch gehabt, als zu Hause, und sei fast jeden
Abend mit den anderen Bureauherren ins Theater oder
Konzert gegangen. Mir sagte er nie, dass er dort der Sohn
der Familie gewesen sei. Diese Angabe habe ich nur von
der Mutter und zwar als Aussage der „Kontrollgeister" am
Abend des 16. Juli, und da sie mir dies erst nach der Abreise
Emifs nach Amerika mitteilte, konnte ich nicht mehr
in Erfahrung bringen, ob hier ein Widerspruch mit seiner
eigenen Erinnerung vorliegt. Dagegen soll Emil nach Angabe
seiner Mutter sogar die Strasse in Hannover genannt
haben, in der sein Bureau sich befand; aber er vergass
deren Namen sehr bald. Er ging nun auf den Bau , um
dort als Maurer zu arbeiten, kam aber bald wieder heim,
weil er sein Werkzeug nicht finden konnte, legte sich nochmals
aufs Bett, geriet in Trance und sagte nach dem Erwachen
, jetzt werde er sein Werkzeug finden, ging wieder
auf den Bau und fand es wirklich. Am Abend sagte er,
das Mauern passe ihm nicht mehr, er habe ja immer gezeichnet
, und verlangte Geld zum Ankauf von Zeichnungspapier
, war aber gezwungen, Maurer zu bleiben, weil er
keine Stelle als Bauzeichner fand. Oft sagte er, er gehe
wieder nach Hannover und seine Mutter glaubt, dass er in
der Tat später noch einigemale dort im Körper jenes
anderen gewesen sei. Uebrigens sei er auch während seiner
dreivierteljährigen Abwesenheit in Hannover einigemal auf
kurze Zeit in seinen Körper zurückgekehrt. Wie er mir
erzählte, bereiteten ihm auch seine Mitarbeiter einige Ueber-
rasohungen. Sein „Stellvertreter" hatte nämlich oft mit
diesen getrunken, Karten gespielt und die Zeche bezahlt.
Das tat er vom 16. Juli 1905 an nicht mehr und das
wurde ihm übel vermerkt. Als er sich einmal verleiten


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/psychische_studien1908/0150