Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene, Bibliothek, Frei122-Z5
Aksakov, Aleksandr N. [Begr.]
Psychische Studien: monatliche Zeitschrift vorzüglich der Untersuchung der wenig gekannten Phänomene des Seelenlebens
35. Jahrgang.1908
Seite: 160
(PDF, 215 MB)
Bibliographische Information
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160 Psychische Studien. XXXV. Jahrg. 3. Heft. (März 1908.)

Gedanke, ihr durch die Post eine Schachtel mit einigen
dieser Tiere als unliebsame üeberraschung zuzuwenden;
Miss B. öffnete diese, ohne zu argwöhnen, dass sie es selbst
war, welcher sie diese unwillkommene Gabe zu verdanken
hatte. Die Schlangen krochen alle über das Zimmer und
- verursachten ihr einen derartigen Schrecken, dass sie eine
Nervenerschütterung erlitt und hysterische Anfälle bekam,
welche nicht weniger als vierzehn Tage währten. —

Sie sehen, dass diese Verdopplungen der Persönlichkeit
nicht immer harmlos sind, besonders wenn zwischen den
zwei Charakteren, welche aus derselben Persönlichkeit hervorgehen
, eine unversöhnliche Feindschaft ausbricht. Novellisten
haben diese merkwürdige Erscheinung mit Glück
verwertet, und Sie werden vielleicht das spannende Buch
gelesen haben, welches den Titel: „Der seltsame Fall
des Dr. Jekyll" hat, worin diese Spaltung der Persönlichkeit
in zwei unverträgliche Charaktere zu den merkwürdigsten
dramatischen Ergebnissen führt.

Diese Wandlungen der Persönlichkeit, welche unter
hypnotischem Einfluss stattfinden, gehen so weit, dass ich
im stände gewesen war, ein einfaches und interessantes Experiment
anzustellen, welches man den graphologischen
Beweis nennen könnte. Ein hypnotisiertes Medium wird
der .Reihe nach in einen Geizhals, einen Verschwender, ein
kleines Mädchen und in eine alte Frau verwandelt. In
diesen verschiedenartigen Zuständen wird das Medium veranlasst
, einige Zeilen zu schreiben; in diesen unterschiedlichen
Handschriften finden sich die graphologischen Eigentümlichkeiten
welche diesen verschiedenen Persönlichkeiten
entsprechen* Wir haben einige dieser Schriftproben, die
auf diese Weise erhalten wurden, veröffentlicht und sie erfahrenen
Graphologen zur Prüfung vorgelegt; sie trugen
kein Bedenken, in diesen Schriftzügen die wesentlichen
Merkmale des Geizhalses, des Verschwenders, des kleinen
Mädchens und der alten Frau anzuerkennen.

Ich will noch hinzufügen, dass man sich auf keine
absichtliche Vorstellung wird berufen können, um diesen
Erfolg zu erklären, weil dieser Versuch damals zum ersten-
male gemacht wurde und das Medium, ein junger Freund
von mir, welcher jetzt Arzt ist, zu jener Zeit keine Bekanntschaft
mit Graphologie besass. Wir müssen deshalb
annehmen — und dient dies durchaus zu gunsten der objektiven
Realität der Graphologie —, dass bestimmte charakteristische
Merkmale der Handschrift mit gewissen Geisteszuständen
, bestimmten geistigen Formen in Verbindung
stehen, da wir durch das Wechseln der Persönlichkeit


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