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Literaturbericht
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I880I83 von dem Dichter Camille Chaigneau veröffentlichte Geistergeschichte
seiner seit 27. Febr. 1876 bestehenden zarten Beziehungen zu
seinem Duo: „Marie mit den Chrysanthemen", die ihn schon unter dem
Direktorium als adlige Dame geliebt und ihn später mit einer jungen
„Witwe aus dem Jenseits" vermählt habe; in einer Sitzung am 15. Jan.
er. bei Mme. Noeggerath in Paris mit Eusapia Paiadino und Mr. und
Mme. Lttort habe das Tischchen mit der Platte das Glas des dort an der
Wand stehenden Bildes jener Marie wiederholt berührt,) — Direkte Geisterschrift
. (Artikel von Dr. 6% A* Lange in der „Arena" vom Juni v. J.
über des Barons von GüklenStubbe 1857 erschienene „Positive Pneumato-
logie"). — Geistermitteilung (angeblich von dem 1689 zu Dijon geborenen
, 1773 in Paris gestorbenen lasziv - satyrischen Dichter Alexis
Piron). — Ein Preisausschreiben (für einen verbesserten photographischen
Apparat mit feiner empfindlichen Platten, um unsichtbare Ausstrahlungen,
bezw. Phantomerscheinungen zweifellos festzustellen; an der Spitze der
französisch - belgischen Sektion stehen die Namen Richet, Flammarion^
de Rochas% Emmanuel Vauchez% der laut „Siecle" vom 9. Febr. er. allein
schon 11 000 fr. durch Subskription sammelte). — Mme. Eusapia Paiadino
in Paris (wo sie zum drittenmal an dem vor 8 Jahren mit viel Geld
gegründeten „Institut general psychologique" eine Reihe Sitzungen gibt,
deren Resultate veröffentlicht werden sollen). — Vorträge. — Ein Fall
von Wiederverkörperung. (Leon Denis berichtet in seinem Buch „Le*
Probleme de l'Etre et de la Destinee", p. 289, dei Fürst Adam Wis<>
zniervsky, rue du Debarcadf»re 7 in Paris, habe ihm aus dem Mund von
Zeugen selbst mitgeteilt, Fürst GaHtzin habe im Sommer 1862 als Badegast
in Homburg eines Abends im Kasino-Park auf einer Bank eine arme
unterkunftslose Frau gefunden , die er mit einigen Freunden aus Mitleid
zu einem Abendessen ins Hotel mitnahm. Nachher habe er sie versuchsweise
mit einigen Strichen eingeschläfert und sie, die sonst nur deutschen
Dialekt sprach, habe nun im reinsten Französisch erzählt, sie sei zur
Busse für ein Verbrechen als Bettlerin wiederverkörpert, weil sie als
Scblossherrin in der Bretagne im 18. Jahrh. einem Geliebten zu Gefallen
ibien Gatten von einem Felsen ins Meer gestürzt habe. Nachforschungen,
die Qalitzin mit einem Marquis de B. später an der Nordküste der Bretagne
anstellte, ergaben die unerwartete Bestätigung mehrerer Einzelheiten
durch alte Bauern vom Hörensagen). — Die „Societe d'Etudes
Psychiques de Geneve". (Der von der Präsidentin Mme. Rosen-Du/aure
veröffentlichte Jahresbericht von 1907 berichtet über Sitzungen mit dem
musikalischen Inspirationsmedium Mr. Shepard.) — Ein Vorurteil gegen
den Spiritismus (veranlasst durch das Wort „Geister" statt „Seelen"). —
Der Hellseher Alfred Vout Peters in Holland. (Mr. de Fremery, der
ihn als Dolmetscher begleitete, berichtet in „Toekomstig Leven" merkwürdige
Zwischenfalle aus Sitzungen in Amsterdam und Utrecht.) M.
0. Eingelaufene Bücher etc.
Vrede. Veertiendaagsch blad gewijd aan Ware Menschelijkheid. Red.:
Lod. van Mierop — den Haag. ix. Jaarg. [Nr 5 und 6 dieses holländischen
Friedensblatts enthält eine geistvolle Betrachtung von Dr. med.
Eduard Reich über „Beroepsarbeid, Loonarbeid en Innerlijke beschaving".]
Bericht über die Tätigkeit der Philosophischen Gesellschaft zu Berlin in
den Jahren 1904— 1907. — 32 S. [Diese altberühmte Gesellschaft vereinigt
am letzten Sonnabend jedes Monats (ausser Juli und August) ihre
Mitglieder von 3 - 5 h. zu einem Mahl, woran sich ein Vortrag mit Diskussion
schliesst. 1. Vorsitzender ist Dr. Adolf Lasson, Geh. Reg.-Rat
u. o. Univ.-Prof. (Friedenau. Handjerystr. 49), der u. a. am 12. Febr. 04
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