Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene, Bibliothek, Frei122-Z5
Aksakov, Aleksandr N. [Begr.]
Psychische Studien: monatliche Zeitschrift vorzüglich der Untersuchung der wenig gekannten Phänomene des Seelenlebens
35. Jahrgang.1908
Seite: 428
(PDF, 215 MB)
Bibliographische Information
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428 Psychische Studien. XXXV, Jahrg. 7. Heft. (Juli 1908.)

Kurze Notizen.

a) Ein Fiasko der Spiritisten. Einen Preis
von 2000 Franken für das Medium, das imstande wäre, bei
hellem Tageslicht einen auf einem Tisch liegenden Gegenstand
aufzuheben, ohne ihn zu berühren, hatte vor einiger
Zeit Gustave le Bon mit Unterstützung des Prinzen Roland
Bonaparte und des Dr. Dariex ausgeboten. Das Preisausschreiben
wurde seinerzeit viel erörtert uad ist sicher zur
Kenntnis aller Spiritisten gekommen. Le Bon hat nun, wie
er im „Matin11 mitteilt, gut 1000 Briefe bekommen, in denen
ihm die wunderbarsten Geschichten erzählt wurden; aber
nur fünf Kandidaten erboten sich, den geforderten Versuch
zu machen. Zwei stellten sich auch zu dem vereinbarten
Zeitpunkt ein. Nachdem ihnen die Bedingungen des Versuchs
genauer auseinandergesetzt waren, versprachen sie —
wiederzukommen. Aber es hat sich keiner wieder sehen
lassen! Der Versuch schien ihnen also unmöglich. Dabei
ist der Grund nicht etwa nur darin zu suchen, dass das
Licht die spiritistischen Phänomene verhindert, wie man
wohl behauptet hat. Einer der hervorragendsten französischen
Spiritisten, Dr. Maxwell, versichert in seinem Buch
über die psychischen Phänomene, dass das Fortnehmen von
Gegenständen ohne direkte Berührung auch bei hellem
Tageslicht vor sich gehen könnte, und wiederholt sind auch
Blitzlichtphotographien dieses Vorganges gezeigt worden,
die allerdings niemand überzeugt haben. Die Spiritisten
trösten sich über dieses augenscheinliche Fiasko mit der
Versicherung, dass die Erscheinung schon so und so oft
beobachtet worden sei: vor 40 Jahren hätten Geister sogar
einen mit 75 kg Steinen beladenen Tisch gehoben, — sie
erlreuten sich danach einer recht ansehnlichen Körpei kraft.
Aber man muss doch fragen, meint le Bon9 warum die
Medien, die vor 40 Jahren 75 kg hochheben konnten, heute
nicht einmal ein paar Gramm vom Fleck fortbewegen
können. 2000 Franken in zwei Minuten verdienen und
ausserdem eine bedeutungsvolle wissenschaftliche Frage
lösen, das wäre doch wirklich der Mühe wert. [So das
„Linzer Volksblatt" — oberösterr. klerik. Zeitung — jftr. 134
vom 12. Jtfni 08. — Der Herr Einsender, A. Kaindl, bemerkt
dazu: „Allerdings handelt es sich bei dieser Notiz,
welche vermutlich durch alle europäischen Tagesblätter die
Runde gemacht haben wird, um ein grosses Fiasko, wenn
auch nicht, wie die Zeitungen glauben, auf Seite der Medien
, sondern auf Seite der Wissenschaftler: denn es verrät
wenig wissenschaftliche Besonnenheit, wenn man einer


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