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Wernekke: H. J. BehimmePs Spiritismus. (j()3
behandelt und als Lyriker, dramatischer Dichter und dramaturgischer
Kritiker, wie als Romanschriftsteller gewürdigt
Von Schiller und Victor Hugo angeregt, waren seine
ersten Dramen noch in Alexandrinern abgefasst, während
er sich später dem reimlosen fünffüssigen Jambus zuwandte.
Es sind historische Dramen — so 1851 „Napoleon Bonaparte
", 1868 „Struensee", u. a. —, wie denn auch seine Romane
Stoffe aus der Geschichte Hollands, Frankreichs und
Englands behandeln. Schimmel war „nach Frau Bosboom-
Toussainfs Tode der erste historische Romanschreiber
Niederlands". Sein „18. Brumaire44 (1852) machte bleibenden
Eindruck. „Sinjeur Semeyns" (1875) und „De Kapteiu
van de Lijfgarde" (1888) schildern mit Meisterschaft die
grosse Zeit Wilketm's III., des auf den englischen Thron berufenen
Oranierfürsten. Anstatt einer weiteren Aufzählung
seiner Werke, deren Titel nicht so unmittelbar auf den Inhalt
schliessen lässt, sei hier' nur noch der Ehrung gedacht,
die ihm zu seinem 75, Geburtstage bereitet wurde (den 70.
hatte man zu spät erfahren, weil sein Geburtsjahr nicht
feststand), indem eine Vereinigung niederländischer Verleger
dem Gefeierten ihre Glückwünsche darbrachte und ihm eine
Bronzebüste des soeben genannten „ Statthalter - Königs"
überreichte.
Seinen Landsleuten ist also Schimmel bekannt als phantasiereicher
Künstler, wie als scharfer Kritiker. „Es sollte
zu denken geben," dass er dabei „ein erklärter und überzeugter
Anhänger des Spiritismus gewesen ist". Umfangreiche
Arbeiten in dieser Richtung hat er freilich nicht geliefert
. Die hier gesammelten Aufsätze sind in Zeischriften
— meist in „Het toekomstig Leven" — erschienen und
bieten im Grunde nichts wesentlich Neues oder Ausserordentliches
. Wo es sich jedoch um ein so viel umstrittenes
Gebiet handelt, ist es schon wertvoll, wenn eine geistig
hochstehende Persönlichkeit solches Interesse dafür bekundet
und aus eigener Erfahrung bestätigt, was andere berichtet
haben. Die Aufsätze sind meist kurz, Berichte und Betrachtungen
über einzelne Vorkommnisse und Erwiderungen
auf Bedenken. Nicht im vorgerückten Alter, wo man an
geschwächte Geisteskraft zu denken geneigt ist, sondern im
50. Lebensjahre begann seine Teilnahme an spiritistischen
Sitzungen, nachdem er das erste Mal in vertrautem Kreise
in Amsterdam auf medialem Wege ^Mitteilungen erhalten
von objektiver Wahrheit", bei denen jede Gedankenübertragung
ausgeschlossen schien. Einer der Aufsätze ist
Justus van Maurik gewidmet, dem Lustspieldichter, welcher
anfangs die Sitzungen der Medien aufsuchte, weil ihm die
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