Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene, Bibliothek, Frei122-Z5
Aksakov, Aleksandr N. [Begr.]
Psychische Studien: monatliche Zeitschrift vorzüglich der Untersuchung der wenig gekannten Phänomene des Seelenlebens
35. Jahrgang.1908
Seite: 714
(PDF, 215 MB)
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714 Psych., Studien. XXXV. Jahrg. 12. Heft. (Dezember 1908.)

Die Entelechie als räumlich-zeitliche ideoplastiscjie
Idee lässt sich geometrisch als zwei mit der Basis verbundene
Kegel darstellen, von denen der eine die Entwicklung
aus dem Keim bis zur Reife, der andere die Rückbildung
(normale Rückdifferenzierung) bis zum Tode bedeutet.

Zur Fortpflanzungsmöglichkeit (der Kontinuität der
Entelechie) ist die Reife des ererbten Systems notwendig,
und Folgeerscheinung dieser Reife ist die aus der aktuellen
Form in Keim, Samen oder Organismusteil wieder potentiell
gewordene, an potentielle Vitalenergie gebundene Entelechie
. Bei dieser Annahme werden die Produkte wissenschaftlicher
Mystik, die Untergötter „Determinanten" und
„Dominanten" überflüssig. Sie haben durch ihr beständiges
Eingreifen etwas vom seligen „Okkasionalismus" an sich.

Ohne die Vitalenergie (natürlich in Verbindung mit
den bei den Lebenserscheinungen wirkenden anderen inessbaren
Energien, Wärme, Eiektro-Magnetismus usw.) kann
Entelechie auf Messbares keinerlei Wirkung, auch nicht
„Suspension von Reaktionen*4 (Driesch), nöch sonstige Regulationen
ausüben; denn diese setzen immer messbares
Wirkendes voraus, und ohne dieses bliebe die Entelechie
eine gespenstige Substanz. Die Freude des Dualisten!

Die Aufgabe der Vitalenergie ist ihren Qualitäten
nach eine zweifache: die Idee in der Materie (im Plasma)
zu objektivieren, d. h. die unmessbare Form sinnfällig zu
raachen, und zweitens dies in dem Subjekt als Empfindung
zum ßewusstsein zu bringen und damit auch zum Träger
aller höheren geistigen Funktionen, die eine Entelechie zur
Wirkung zu bringen vermag, zu dienen, — den Organismus
zu beseelen.

Belebt ist, was Reflexe zeigt, beseelt, was auch empfindet
.

Am Leben in Reiz und Reflex nehmen auch die
anderen physiko-chemischen Agentien teil, die Empfindung
gehört dem Unmessbaren an. — „Seele" ist weder ein
blosser Vorgang, noch eine Substanz; sie ist auch kein
Summationsphänomen, sondern eine höhere Einheit zunächst
auf dem Substrat der Vitalenergie. Aehnlich die
Entelechie, nur dass diese gegenüber einer höheren Seeleneinheit
unfrei, d. h. eng in die ihr gesteckten Grenzen gebannt
ist. Dafür ist Entelechie ein Kontinuum, das unter
gleichen äusseren Umständen unbegrenzte Dauer zeigt.

hier haben wir physische Vibrationen, die durch ihre übermässige
Kleinheit fähig sind, direkt auf jedes Molekül zu wirken, da ihre
Baschheit jener der inneren und äusseren Bewegung der Atome
selbst sich nähert."


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