Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene, Bibliothek, Frei122-Z5
Aksakov, Aleksandr N. [Begr.]
Psychische Studien: monatliche Zeitschrift vorzüglich der Untersuchung der wenig gekannten Phänomene des Seelenlebens
35. Jahrgang.1908
Seite: 720
(PDF, 215 MB)
Bibliographische Information
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/psychische_studien1908/0735
720 Psych. Studien. XXXV. Jahrg. 12. Heft. (Dezember 1908.)

Verlage Fritz Eckardt zu Leipzig und sind sehr gut ausgestattet
. Leider, nach dem alten grundlosen Vorurteil der
Deutschen, Norweger und Dänen druckte man die Hauptwörter
mit grossen Buchstaben und die Arbeit von Schmitt
auch mit Lettern, welche wie Bastarde von lateinischen und
gotischen Lettern aussehen, glücklicherweise aber den Inhalt
nicht beeinträchtigen.

Man begrüsse die Neuausgabe der Werke des Philosophen
Schelling, der so lange Zeit hindurch als Philosophaster
letzter Sorte verschrieen und verachtet war, und
zwar besonders von Gernegrossen, die entweder niemals
seine Werke sahen oder nicht das kleinste Verständnis derselben
hatten. So geschah es zu allen Zeiten; denn immer
suchten Vorurteil, Oberflächlichkeit, falsches Denken, Hoch-
Verehrung von Eintagsfliegen, Phantasterei, Fanatismus, ab-
stossende Mittelmässigkeit und materielle Interessen einander
zu überbieten und den Stuhl des Herrschers zu gewinnen.

Gut entwickelt Brem in der Vorhalle des Werkes
Standpunkt und Schwierigkeiten der Schelling1 sehen Philosophie
und der Philosophie überhaupt, und zeigt, wie diese
letztere durch die mancherlei Strömungen und Richtungen
in ihr selbst und seitens Wissenschaft und Lebens beein-
flusst, umhergejagt, verändert wurde; wie es kam, dass
Schelling einst verdammt und misshandelt, später hoch erhoben
wurde, und man so spät seine Verdienste erkennen
und wertschätzen lernte. Gott sei Dank, dass Schelling
nicht vom Schicksal dazu verurteilt war, am Hungertuch
zu nagen und jeden Bissen Brotes mit der Feder zu erwerben
! Möglicherweise wäre derselbe in solchem Fall ers t
nach dreihundert Jahren entdeckt worden.

Metaphysik, Natur-Philosophie und Schelling gehören
zu einander, wie Kunst und Künstler; eine Kategorie steht
und fällt mit der andern. Kommt Metaphysik zu Ehren,
kommt Schelling zur Geltung; denn mit ihm beginnt ein
neues Zeitalter der Metaphysik. Wer der letzteren das
Recht des Seins bestreitet, steht wirklicher Philosophie
unbedingt ferne und und wälzt sich im Schlamme materialistischer
Unerkenntnis; ein solcher ist nicht fähig, Schelling
zu begreifen und verwirft dessen Philosophie. Was nützen
die Tatsachen der Wissenschaft und Erfahrung, wenn nicht
deren geistige Aufschliessung oder philosophische Entdeckung
erfolgt! Und wer die Entdeckung macht, steht
bereits nolens volens auf dem Erdreich der Metaphysik.

Metaphysik verwerfen, ist Ausdruck rohester Unwissenheit
und wirklicher Barbarei. Wer solcher sich schuldig
macht, von dem ist auch zu erwarten, dass er Schelling


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