Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene, Bibliothek, Frei122-Z5
Aksakov, Aleksandr N. [Begr.]
Psychische Studien: monatliche Zeitschrift vorzüglich der Untersuchung der wenig gekannten Phänomene des Seelenlebens
48. Jahrgang.1921
Seite: 190
(PDF, 212 MB)
Bibliographische Information
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Parapsychologie und Grenzgebiete der Psychologie

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190 Psychische Studien. XLV1II. Jahrg. 3. Heft (März 1921.)

unserer Vergangenheit schön oder schlimm. Und eine einzige Stund«*
genügte, denn wir könnten diese Stunde im Traume für die Ewigkeit
halten und würden in dieser Stunde unendliche Qual erduldet, unendliches
Glück genossen haben."

Noch tiefer schürft Ve-t. im zweiten Teile des Schriftchens, der
sich „Zufälle" betitelt. Eine lange Kette von Beobachtungen läßt ihn
zweifeln, ob es überhaupt einen „Zufall" im Sinne der alten Verlegen-
heitserklärung gebe. Auf einer Seereise spricht er von Delphinen
und sie springen aus dem Wasser. Er erwähnt ein sehr ungewöhnliches
Wort — und schlägt es kurz darauf in einem Buche auf. Er
spricht vom Eisernen Kreuz und sieht es im Straßenpflaster. Er
schreibt die Worte „ein alter 132er" und ein solcher steht vor ihrn.
Er denkt an einen Freund — und jener kommt aus dem Menschengewühl
(ohne ihn zu sehen) auf ihn zu, usw. In ailen diesen Fällen
denkt, schreibt, sagt er etwas und fast unmittelbar darauf folgt etwa-
wie eine Antwort, eine Bestätigung, eine Erfüllung. Unter den Erklärungen
, die er für möglich hält, ist die beste die, daß ein Teil
unseres Geistes sich außer uns befinde und wir \ on geistigen Kräfte u
außerhalb von uns beeinflußt werden. Wir stehen dadurch in unmittelbarem
Konnex mit dem Weltwillen, den ganz zu erfassen selbstverständlich
unsere menschliche Bewußtsemsfähigkei* übersteigt. Im
♦ganzen schließt B. sich schließlich dem Sehopenhauersehen Gedanken
an, daß diese beiden Mächte, die des wirklichen und des Traumlebens,
in Wahrheit n u r e i n e einzige seien, daß ahnlich, wie jeder
der heimliche Theaterdirektor seiner Träume ist. so auch jenes Schicksal
, welches unseren v irklichen Lebenslauf .beherrscht, irgendwie zuletzt
von jenem Willen ausgehe, dei unser eigener ist, der jedoch
hier, wo er als Schicksal aufträte, von einer Region aus wirkte, die weit
über unser vorstellendes, individuelles Bewußtsein hinausliegt, während
hingegen dieses die Motive liefert, die unseren empiwoh erkennbaren
WiVen leiten. Dr. Gg. Lomei.

Georg Sulzer, Die leibliche Auferstehung Jesu. Eine religions-
geschichtliche Studie. Leipzig 19°0. O. Mutze. 2,50 M. 25 S.

Im Anschluß einerseits an die Ergebnisse der Evangelienforschung
der freisinnigen protest. Theologie und andererseits, im Gegensatz zu
ihr, vom Standpunkt des Okkultismus sucht der Verfasser nach dem
Berichte des Paulus und den Angaben der Evangelien die Tatsächlicb-
keit der leiblichen Auferstehung Jesu nachzuweisen. Er geht hierbei
- das is das Richtige — von dem ältesten auf uns gekommenen Bericht
des Paulus aus, der im 1. Kor. 15, 5 -8 fünf, bzw. sechs solcher
„leiblicher Erscheinungen** als von vielen bezeugt erwähnt. S. verweist
darauf, daß damaL niemand die Erscheinung eines Verstorbenen
als „Auferstehung" bezeichnet hätte, und daß vollends die durch
die Verurteilung und den Tod Jesu veränssüjrtr-n Jünger chnch eine •
-»olche Erscheinung niemals- zum neuerlichen Glauben an die Gottessohnschaft
Jesu bewogen worden wären. Sic hätten sicher genau
untersucht, ob sie eine leibliche Erscheinung oder eine Astralgestalt
vor sich hatten. Jn emgehcndei Vcrgleichung zeigt S., daß die Aul-
erstehungsberichtc der Evangelien, die einander sc sehr widersprechen.
Legenden sind, und er versucht in überaus glücklicher, psychologischcr
Darstellung nachzuweisen, daß diese legendenhaften Berichte ihrer
ganzen Art und Weise nach auf der Tatsache einer leiblichen Auferstehung
fußen, ja nur aus dieier überhaupt entstehen konnten.

Prof. Dr. Franz Haslinger, Graz.

Neuere Vorgestellte und verwandte Erscheinungen. 73 Selbstzeugnisse
aus der Gegenwart Veröffentlicht von Prof, Dr. Friedr. zurBonseo.
Köln, J. P. Bachem. 64 S. Ladenpreis M. 6.—

Verf. (Prof. in Münster i. WX in okkultistischen Kreisen durch
seine Schriften über .,Die Völkerschlacht der Zukunft am Birkenbaum",


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