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Johannsen: Wie entstand das telepathische Experiment? 367
Wie Ziegler (Zoologisches Wörterbuch 1912) ausführt, bestehen
«die einen Seheinfüßchen aus leichtflüssigem Protoplasma, zeigen
große VerländerEchkeit, lebhafte Körnerströmung, neigen zur
Verschmelzung untereinander und bilden Netze. „Andere sind
zähflüssig und starr und werden oft von einem festen
elastischen Achsenfaden gestützt." (S. 548.)
Nach Leunis (Sypnopsis der 3 Naturreiche, 1883, S. 26) funktionieren
die beweglichen in ihren Formen veränderlichen Fortsätze
des Körpers Pseudopodien" als Greif arme.
Die vorstehenden Zitate aus zoologischen Werken der Gegenwart
-zeigen zahlreiche gemeinsame Merkmale der tierischen
Pseudopodien mit den medianimen Effloreszenzen oder den
„psychischen Strukturen" Crawfords. Neben der Tatsache des
Hervorwachsens und Zurückgehens solcher ephemerer Fangarme
ist auch die Ausbildung ihres Endorgans (fingerförmig, lappig),
ihre netzförmige Entwicklung und Verschmelzung, ihre Fadenform
, ihre zähflüssige und starre Beschaffenheit bemerkens-
wert und völlig übereinstimmend mit den Beobachtungen Craw-
fords und des Verfassers bei den teleplastischen unsichtbaren
und sichtbaren elementaren Gliedschöpfungen der Medien.
Schließlich hat noch Dr. Beck (Pyramide, 6. März 1921) darauf
hingewiesen, daß die vom Verfasser bei dem Medium Stanislawa
Tomczyk photographisch nachgewiesene kegelförmige Erhebung
beim Ansatz der medianimen Kraftlinie an der Spitze des kleinen
Fingers die größte Ähnlichkeit hat mit den Spinnwarzen bei
den Arachnoideen.
So scheinen also gewisse primitive Vorgänge aus dem Gebiet
der Biologie zur Aufklärung des mediumistischen Materialisationsproblems
wichtige Beiträge zu liefern.
Wie entstand das telepathische Experiment?
Von Heinr. Johannsen (Ivendorf, Travemünde)-
Im Kosimos, Heft 2 von 1921, schreibt Herr Dr. Emil Lenk über
„Das Problem des sideri3chen PendelsEr verurteilt und verwirft
darin so ziemlich alles, was okkulte Forschung überhaupt
festgestellt hat, U. a. schreibt er zum Schluß: „Weissager, Gedankenleser
, Spiritisten, Astrologen, Theosophen, Anthro-
posophen nisten auf der zermürbten Menschheit." Im Interesse
der Wahrheit habe ich an den Kosmos das Nachstehende geschrieben
, das auch für die Leser der „Psychischen Studien" von
Interesse sein dürfte: — Herr Dr. E. Lenk schreibt u. a.: „Es ist
jedoch mit dem siderischen Pendel wie mit der Gedankenübertragung
oder ähnlichen auf Täuschung abzielenden Künsten.
Man kann z. B. eine Aufgabe lösen, selbst wenn man in keiner
Weise berührt wird, weil ja die, die von der Aufgabe wissen, dem
Ausführenden kleine, fast unmerkliche Zeichen geben, die er —
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