Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene, Bibliothek, Frei122-Z5
Aksakov, Aleksandr N. [Begr.]
Psychische Studien: monatliche Zeitschrift vorzüglich der Untersuchung der wenig gekannten Phänomene des Seelenlebens
48. Jahrgang.1921
Seite: 530
(PDF, 212 MB)
Bibliographische Information
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530 Psychische Studien. XLVIH. Jahrg. 10. Heft. (Oktober 1921.)

S. 271 bis 331) ausführlich geschildert. Den weitaus interessantesten
Teil des Werkes bildet jedoch die zweite Darstellung
. Dieselbe betrifft in der Wohnung des Hauptmanns San-
datschenko 1853 bis 1856 im russischen Qroßdorfe Lipzy beobachtete
Spukerscheinungen, die von dem Kreisgericht
von Charkoff nach Vernehmung von mehr als 150 Zeugen
durch ein amtliches Zeugnis bestätigt wurden. Der Bericht
dieser Zeugenaussagen umfaßt in Aksakows Buch 243 Seiten
und ist mit aller Genauigkeit aus den russischen Originale^
übersetzt. Es handelt sich dabei um mysteriöses Werfen von
Steinen und Bewegung aller möglichen Gegenstände, um
. mehrfaches Ausbrechen von Feuer in der Wohnung des
Hauptmanns usw., ohne daß menschliche Urheber hierbei in
Frage kommen könnten.

Es kann nicht die Aufgabe dieses Beitrages sein, eine
Einteilung solcher Phänomene in besondere Gruppen zu
geben, ihre Tatsächlichkeit oder ihre Ursächlichkeit zu diskutieren
oder etwa den Zusammenhang mit irgendeiner
Theorie zu erörtern, sondern es mögen hier lediglich einige
Bemerkungen vorausgeschickt werden, zum besseren Verständnis
des nachfolgenden Berichtes.

Die Spukerscheinungen unterscheiden sich in der Form
ihres Auftretens und in ihren Aeußerungen wohl kaum
irgendwie von der mediumistischen Phänomenologie. Wenn
man auch bei ihnen wie Bozzano zwei große Klassen, nämlich
die subjektiven Erlebnisse (halluzinatorischer, hellseherischer
und telepathischer Natur) von den objektiven Vorkommnissen
(physikalischer Phänomene) unterscheiden kann,
so wiederholen sich doch alle Spukvorgänge ausnahmlos in
irgendeiner Weise in den Beobachtungen bei den Medien
nur mit der einen Einschränkung, daß in einer großen Zahl
von Spukerscheinungen die Vermittlung einer lebenden Person
sich nicht nachweisen läßt. Ja, es gelingt nicht selten,
den Spuk seines spontanen Charakters zu entkleiden und, ihn
dann mit Hilfe geeigneter Versuchpersonen willkürlich hervorzurufen
. So ist z. B. aus solchen spontanen Erscheinungen
die ganze spiritistische Bewegung hervorgegangen, wie der
Verlauf der Phänomene in Hydesville (1848) gelehrt hat.
Auch weisen Passaro und Peter darauf hin, daß auch künstlich
hervorgerufene mediumistische Phänomene spontan auftreten
und den Charakter von Spuk annehmen können.

Bei einer Reihe von Medien wurde man erst durch das
Auftreten von Spukvorgängen, also durch Beobachtung spontaner
physikalischer Erscheinungen auf ihre spezielle Begabung
aufmerksam. Es muß deshalb eine Aufgabe zukünftiger
experimenteller Untersuchung werden, die unwillkürlichen
Manifestationen womöglich in willkürlich hervorzurufende
umzuwandeln, im einzelnen Fall den Agenten herauszufinden
und seine mediale Begabung zu prüfen, voraus-


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