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Psychische Studien.
Monatliche Zeitschrift,
vorzüglich der Untersuchung der wenig gekannten Phänomene des
Seelenlebens gewidmet.
52. Jahrg. Leipzig. Juli 1925.
Inhalt: Sidgwick: Gedankenübertragungsexperimente. S. 369. — Ludwig:
Fälle parapsychischer Veranlagung. S. 391.— Peter: Sind Taschenspieler nötig
zur Medien-Entlarvung? S. 399. — v. Schrenck-Notzing: Der Mediumismus
im Abbau? S. 403. — Grunewald: Untersuchung der Spukphänomene in Talpa
und Sicherstellung ihres mediumistischen Charakters. S. 407. — Kritzinger:
Camille Flammarion f. S. 409. — Kleine Mitteilungen. S. 412. —- Zeitschriftenrundschau
. S. 412. — Vom Btichertisch. S. 416. — Mitteilungen der Gesell
schaft ftir wissenschaftlichen Okkultismus. Reichenau: Ist
Prophezeien möglich? S. 421.
Bericht über Gedankenübertragungs - Experimente von
Professor Gilbert Murray, L. L. D., Litt. D. (Oxford.)1)
Von Mrs. Henry Sidgwick, London-Woking.
(Berechtigte Üebersetzung von Dr. med. Carl Bruck, Berlin.)
Professor Gilbert Munays Experimente zur Gedankenübertragung
sind vielleicht die wichtigsten, die je zur Kenntnis der Gesellschaft gebracht
worden sind, sowohl wegen der häufig glänzenden Resultate, als
auch in Hinsicht auf die hervorragende Bedeutung des Experimentators
2). Es überrascht, wie es mir scheint, daß diese Experimente die
l) Diese Abhandlung wurde in der Generalversammlung der Society
for Psych ical Research am 12. Dezember 1924 vorgetragen. (Mrs. Sidgwick
bespricht hier die zweite große Experimentalserie; die erste
hatte die als Experimentatorin auch in Deutschland angesehene Mrs.
Verrall (t 1916) analysiert. D. Uebers.)
2) Nachstehende biographischen Notizen über Professor Murray,
einen der geschätztesten englischen Gelehrten (er ist Gräcier) und Politiker
, verdanke ich, ebenso wie einige andere für das leichtere Verständnis
einzelner Versuchsthemen vielleicht erwünschte englische Realien
, der Liebenswürdigkeit der Verfasserin.
Professor Murray, George Gilbert Ahne, geb. 1866 in Australien
«, L. L. D. (Glasgow), Litt. D. (Oxford und Birmingham), Mitglied
der Britischen Akademie, seit 1908 Ordinarius für Aligriechische Literatur
an der Universität Oxford, Mitglied des Kuratoriums des Britischen
Museums, Präsident der Englischen Gesellschaft zur Förderung des
Völkerbundes, wiederholt Delegierter der Britischen Regierung bei den
Tagungen des Völkerbundes in Genf. Aus seiner Feder stammen zahlreiche
Veröffentlichungen zur griechischen Literatur, aber auch zu aktuellen
politischen Problemen. Seine Popularität in England verdankt
er besonders seiner metrischen Üebersetzung der Tragödien des Euri-
pides ins Englische, von denen einige auf Londoner Bühnen aufgeführt
wurden. (Man wird hierbei lebhaft an die Wirksamkeit und die Bedeutung
unseres Wilamowitz-Möllendorf erinnert.)
Es Ist nicht bekannt, wann Murray seine telepathische Sensivität
entdeckt hat; sein Bericht über die ersten, im engsten Familien- und
Freundeskreise ausgeführten Versuche stammt aus dem Frühjahr 1910.
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