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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/retzius1896-1/0183
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Eberstaller fand einen einfachen Verlauf des Sulcus cinguli in 68 % seiner Fälle; hier sind aber seine
beiden Subtypen, einfach ohne Unterbrechung und einfach mit Unterbrechung, zusammengenommen, so dass seine
Zahl mit der meinigen nicht verglichen werden kann.

Rechte und linke Hemisphären.

Nach dieser Besprechung der Gesammtzahlen werde ich die Zahlen die ich bei den verschiedenen Gruppen
gefunden habe, kurz behandeln. Man darf aber dabei aus geringen Unterschieden keine eigentlichen Schlüsse ziehen.
Solche kleinere Differenzen können wohl durch Vermehrung des Untersuchungsmateriales ausgeglichen und verändert
werden.

Wenn man die bei den 35 rechten und den 40 linken männlichen Hemisphären erhaltenen procentischen
Zahlen mit einander vergleicht, so findet man in der That, im Grossen und Ganzen, wenige bemerkenswerthe
Unterschiede. Die in vielen Fällen vorhandenen, kleineren Differenzen sind sicher als zufällig zu betrachten.
Dieses ist z B. bei den Zahlen der Fall, welche die Fissura Sylvii betreffen.

Die Zahlen, welche eine Verbindung des Sulcus centralis mit den umgebenden Furchen angeben, zeigen
indessen einige recht bedeutende Differenzen; so z. B. kam die Anastomose der Centraifurche mit der oberen
Präcentraifurche in 23 % bei den rechten und in nur 15 % bei den linken Hemisphären, mit der unteren rechts
in 3 % und links in 7 % vor; die Verbindungen mit der Postcentraifurche waren rechts und links mehr übereinstimmend
.

Dagegen sind die Zahlen, welche die Verbindung der Centraifurche mit der Fissura Sylvii angeben, sehr
verschieden. Rechts finden wir also die Verbindung mittelst des Sulcus subcentralis anterior in 12 % und mittelst
des Sulcus subcentralis posterior in 14 %; bei den linken Hemisphären sind die entsprechenden Procentzahlen
22 und 5!

Der Sulcus prcecentralis superior war mit dem Sulcus prwcentralis inferior in den rechten männlichen
Hemisphären in 20 % und in den linken männlichen Hemisphären in 32 % vereinigt.

Die Vereinigung der unteren Prä central für che mit der unteren Stirnfurche ist aber rechts und links auffallend
gleich, rechts in 75 % und links in 72 %.

Ich werde indessen nicht alle diese Ziffern eingehend besprechen, da ein Blick auf die betreffende (letzte)
Tabelle eine viel deutlichere Anschauung der gefundenen A^erhältnisse giebt.

Bemerkenswerth sind jedoch die den Sulcus postcentralis und den Sulcus interparietalis betreffenden Zahlen;
in den rechten männlichen Hemisphären findet man solchergestalt den Sulcus postcentralis einheitlich in 86 % und
in den linken Hemisphären in nur 57 %. Dieselbe Furche ist rechts in 14 %, links in 32 % in 2 Stücke getrennt
. Die seltene Trennung in 3 Stücke sah ich nur an der linken Seite (in 10 %).

Die Anastomose der Interparietalfurche mit der unteren Postcentraifurche alleine kam bei den rechten männlichen
Hemisphären nur in 3 %, bei den linken aber in 20 % vor!

Alle drei Furchen waren bei den rechten nur in 6 %, bei den linken in 17 % von einander getrennt.

Die Interparietalfurche war bei den rechten männlichen Hemisphären in 43 %, bei den linken in 60 % ein-
heitlich. Oberflächliche Brückenwindungen in der Mittelpartie kamen bei den rechten der männlichen Hemisphären
in 51 %y bei den linken in 37 % vor; die hinteren Brückenwindungen waren entsprechend in 9 % und 2 % vorhanden
.

Im Ganzen stimmt dieses Verhältniss mit den Angaben von Ecker, Wilder und Cunningham überein,
nach welchen das hintere Stück der Furche sich mit dem vorderen öfter in der linken als in der rechten Hemisphäre
vereinigt. Cünningham fand diese Vereinigung bei 28 linken Hemisphären sogar in 87 %.

Im Sulcus temporalis superior findet man die oberflächlichen Brückenwindungen auf der linken Seite in sehr
bemerkenswerther Weise zahlreicher als auf der rechten, nämlich die drei Gyri t. medio-superiores I, II und III
bei den rechten Hemisphären in resp. 63 %, 17 % und 12 %, bei den linken aber in 80 %, in 37 % und 27 %\

Der Sulcus cinguli zeigte sich bei den rechten Hemisphären einheitlich in 40 %, bei den linken in 45 %\
die Theilung der Furche in 2 Stücke fand sich bei den rechten Hemisphären in 49 %, bei den linken in 32 %
und in 3 Stücke in resp. 12 % und 20 %.


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