http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/richter1921/0016
indem er sich sagt: Drinnen ist kein Platz mehr, aber man
kann die Kraftgröße durch verschiedene Krümmung der
Raumzeit zum Ausdruck bringen. Der Laie muß sich zwar
sagen, um einen Raum bezw. die Raumzeit nicht in sich selbst
zu krümmen, muß ihm eine neue Ausdehnungsmöglichkeit,
also noch eine Dimension zur Verfügung stehen, aber die
Mathematiker behaupten, daß dies nicht notwendig sei und
wir wollen ihnen dies glauben.
Je nach der an dem betreffenden Orte befindlichen
größeren oder kleineren Kraftmenge ist die entsprechende
Raumzeit mehr oder weniger gekrümmt. Diese Krümmung
muß auch auf die Umgebung übergreifen, nimmt jedoch
mit steigender Entfernung vom Kraftzentrum ab. Diese
durch ein Kraftzentrum auf seine Umgebung hervorgerufene
Krümmung entspricht dem Ausdehnungs- oder Schwerefeld
einer Masse.
Kreuzt nun eine Weltlinie dieses Krümmungsfeld, so wird
sie mitgebogen, nähert sich also dem Kraftzentrum und zwar
solange, als die von ihr selbst erzeugte Krümmung, sofern
sie auch ein Kraftzentrum darstellt, die entgegengesetzte
Krümmung aufhebt. Da wir aber in der Projektion auf die
Dingraumzeit kein Entstehen und Werden, sondern ein fertiges
starres Gebilde vor uns haben, so würde es, wenn wir uns
auf einer Weltlinie einen Punkt fortbewegt denken, den Anschein
haben, als ob dieser Punkt, so wie ein Wanderer, der
über Berg und Tal auf dem kürzesten Wege der Heimat zustrebt
, über die Krümmungen und Einsenkungen der Raumzeit
, auf der für ihn geradesten Bahn einem Ziele zustrebt,
wie es uns der Verlauf einer Faser eines Brettes deutlich zeigt.
Wenn wirklich die Relativitätstheorie von Einstein in
nichts anderem besteht als in der Projektion der mit mehr
oder weniger Energie geladenen Bewegungen auf ein vier-
dimensionales Koordinatensystem, wie kommt es dann, daß
Einstein in der Lage war, unsere alten Bewegungsgesetze zu
überprüfen und sie so zu ändern, daß bisher unerklärliche
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