http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/sautier1798a/0021
XxX
gruß und Bruͤderkuß, welche vor Zeiten durch die
ganze gegenwaͤrtige Gemeine, ohne Unterſchied des Ju—
den und des Griechen, von Lippen zu Lippen gewan—
dert haben.
Wer ſiehet hier nicht eine geſellſchaftliche Verbin⸗
dung aller Menſchen, welche jene der Griechen, Roͤmer
und Franken, ſelbſt die meiſtgeruͤhmte eines Lykurgs,
Platons, Montesquieu's und Rouſſeau's weit hinter
ſich laͤßt, alle an Wuͤrde, Allgemeinheit und
Feſtigkeit offenbar uͤbertrifft? Sie entſpricht voͤllig
der Wuͤrde des Menſchen, deſſen wahre Beſtimmung
ſie lehret, Rechte ſicher ſtellt, Beduͤrfniſſe und Schmer⸗
zen ſtillet, Begluͤckſeligung noch jenſeit des Grabes voll—
endet; und eben darum auch der Wuͤrde Gottes,
ihres Stifters, welcher darin ſeine Vollkommenheiten
als Schoͤpfer, Allvater und Endzweck gleichſam abge⸗
druckt hat. Sie vertraͤgt ſich mit jeder menſchlichen
Stadtsverfaſſung, mit den Nationen unter den ver—
ſchiedenſten Himmelsſtrichen, und mit den an Umwaͤl⸗
zungen fruchtbäreſten Zeitaltern. Mitten in den Un—
gewittern und Stuͤrmen des Erdballs und der Hoͤlle
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/sautier1798a/0021