Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., T 7945,m
Scheffel, Philipp Jakob; Tulla, Johann Gottfried [Gefeierte Pers.]
Nekrolog auf Johann Gottfried Tulla: gestorben in Paris am 27. März 1828
Karlsruhe, 1830
Seite: 7
(PDF, 3 MB)
Bibliographische Information
Startseite des Bandes
Freiburg und der Oberrhein

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel1830/0007
Jshann Gottfried Tulla wurde geboren in Karlsruhe am 20. Maͤrz 1770; ſein Vater,
Johann Gottfried, war damals evangeliſcher Pfarrer in Roͤttingen, einem Dorfe des Oberamts
Pforzheim, ſeine Mutter, Chriſtine, war eine geborne Pfeifer. Seit langer Zeit hatten ſich
alle Erſtgeborne der Tulla'ſchen Familie dem geiſtlichen Stande gewidmet; nur ihr aͤlteſter
bekannter Ahnherr, Cornelius Tulla, von Haſſelt unfern Maſtricht in den Niederlanden
gebuͤrtig und verehelicht mit Margaretha Stockfeld aus Stockholm, ſtand in ſchwediſchen
Kriegsdienſten, und kam waͤhrend des dreißigjaͤhrigen Kriegs nach Augsburg, wo er bei ſeinem
Abmarſch einen zu Greffenau im Schwarzenbergiſchen Amte Koͤnigsſee ihm geborenen Sohn,
Juſtus Wilhelm, noch als Kind, der Sorge guter Pflegeltern uͤbergab.
Dieſer fruͤh verwaiste Knabe ſtudirte ſpaͤter die Theologie auf der Univerſitaͤt zu Tuͤbingen,
wo er ſich die Freundſchaft des beruͤhmten Oſiander erwarb, und wurde der Stammvater einer
Reihe von Predigern, denen ſich, mehr als hundert Jahre ſpaͤter, nach dem Wunſche ſeines
Vaters, auch unſer Johann Gottfried anſchließen ſollte. Allein eine angeborne Neigung zog
ihn zum Studium der Geometrie, und Tulla, nachdem er an dem Lyceum zu Karlsruhe in
andern Lehrgegenſtaͤnden keine beſondern Fortſchritte gemacht hatte, widmete ſich nun ganz dieſer
poſitiven Wiſſenſchaft, in welcher er ſich auch bald durch Fleiß und Talente vortheilhaft auszeichnete.
Nach erhaltenem Unterricht und gehoͤriger Uebung in der praktiſchen Feldmeßkunſt, fuͤr welche er
ſich nun, als Geometer, beſtimmt hatte, wurde der junge Tulla, wegen ſeiner vorzuͤglichen
Anlagen und auf Empfehlung des damaligen Ingenieur⸗Majors Bordet und des Hofkammerraths
Junker, von dem Hoͤchſtſeligen Markgrafen Karl Friedrich, glorreichen Andenkens, im
Jahr 1792 zu dem noch lebenden ruͤhmlich bekannten Mathematiker, dem geheimen Hofrath
Langsdorf in Heidelberg, damals Rath und Salineninſpector zu Gerabrunn im Anſpachiſchen,
geſandt, um unter deſſen Leitung ſich dem gruͤndlichen Studium der mathematiſchen und mechaniſchen
Wiſſenſchaften zu widmen. Ungeachtet Tulla dort waͤhrend laͤngerer Zeit von einer ſtarken
Hypochondrie befallen war und ſich uͤberhaupt keiner vollkommenen Geſundheit erfreute, ſtudirte


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel1830/0007