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Gang zu ſetzen, fuͤr welches er, ungeachtet ſeiner immer zunehmenden Kraͤnklichkeit, faſt ausſchließlich
lebte und wirkte. Allein er hatte das Gluͤck nicht mehr, das Ende dieſes hoͤchſt wichtigen Unternehmens
zu erleben.
Schon im Jahr 1826 ſollte er ſich, nach dem Rathe der AÄArzte, aller anſtrengenden
Berufsgeſchaͤfte enthalten, um gegen Haͤmorrhoidal- und Gichtbeſchwerden, an denen er ſchon
ſeit vielen Jahren litt, und wozu noch ſchmerzhafte Zufaͤlle von Gries getreten waren, waͤhrend
mehrern Monaten eine ſorgfaͤltige Kur zu gebrauchen. Aber ſelbſt ſeine Krankheit konnte
ihn ſeinen Dienſtgeſchaͤften und beſonders der Rectifikation des Rheins nie ganz entziehen. Noch
im Sommer des Jahrs 1827, nachdem die AÄrzte das Vorhandenſeyn eines oder mehrerer
Blaſenſteine als die Haupturſache ſeiner Leiden erkannt, und Tulla zur Wiederherſtellung
ſeiner Geſundheit einen Urlaub auf unbeſtimmte Zeit erhalten hatte, beſchaͤftigte er ſich, vielleicht
nur zu viel, mit der Rheinrectifikation, welche, ungeachtet ſeiner großen koͤrperlichen Leiden, jetzt
die wichtigſte Angelegenheit ſeines Lebens geworden war. Er hatte den großen Umfang dieſes
Unternehmens und die mancherlei Schwierigkeiten, welche ſich im Laufe der vieljaͤhrigen Arbeiten
demſelben noch entgegen ſtellen konnten, wohl überdacht und befuͤrchtete daher nicht ohne Grund,
daß, wenn er nicht noch bei ſeinen Lebzeiten dieſe Schwierigkeiten groͤßtentheils ſelbſt aus dem
Wege raͤumen wuͤrde, nach ſeinem Tode noch neue hinzu treten und das große Werk, zum
Nachtheil der Uferbewohner, entweder unausgefuͤhrt bleiben oder doch nicht ganz die von ihm
beabſichtigte Vollendung erhalten koͤnnte.
Im September 1827 wurde, bei Gelegenheit eines mit Frankreich abgeſchloſſenen Graͤnzvertrags
und auf den Vorſchlag des Großherzoglich Badiſchen bevollmaͤchtigten Commiſſaͤrs, Staatsminiſter
des Innern, Freiherrn von Berkheim, dem Oberſt Tulla die verdiente Auszeichnung zu
Theil, von Seiner Majeſtaͤt dem Koͤnige von Frankreich zum Offizier des Koͤniglichen Ordens der
Ehrenlegion ernannt zu werden.
Aufgemuntert durch viele Freunde und eigene Hoffnungen, unternahm Tulla zu Ende Octobers
1827 ſeine letzte Reiſe, und zwar nach Paris, um ſich dort durch den Docter Civiale, nach
der neuen von dieſem Arzte erfundenen Bohrmethode von den Blaſenſteinen befreien zu laſſen.
Auf der Rheinbruͤcke bei Kehl uͤberſah der tiefdenkende und geniale Waſſerbaumeiſter zum letztenmale
mit dem ihm eigenen Scharfblicke den Lauf des gewaltigen Stromes, der ſchon ſo lange und ſo oft
ſeine Kunſt und Thaͤtigkeit in Anſpruch genommen hatte, und deſſen Behandlung und Einſchraͤnkung
er, nach der gluͤcklichen Ruͤckkehr in's Vaterland, ſeine neu geſtaͤrkten Kraͤfte zu widmen gedachte.
Die erſten vier Monate ſeines Aufenthalts in Paris, und die von Doctor Civiale mit dem beſten
Erfolge unternommene Operation berechtigten auch zu den ſchoͤnſten Hoffnungen eines gluͤcklichen
Ausganges.
Tulla hatte noch die Freude, den beruͤhmten deutſchen Aſtronomen Baron von Zach, den gleiche
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