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die trauernden Worte ſetzt: si fata tulissent — wenn das Ge⸗
ſchick es vergönnt hätte. Dichter ſangen in ſchmerzvollen So⸗
netten ihren Ruhm, kein Geringerer als Taſſo findet ſich in der
Reihe.
Das war eine Geſtalt, die wohl die Phantaſie eines Dichters
zu reizen vermochte. Scheffel konnte ſie um ſo näher liegen, als
er eben erſt in der Hadwig ſeines Ekkehard eine geiſtige Frau
mit ihrer gefährlichen Wirkung auf die Männerwelt geſchildert
hatte. Mehr noch mag die Verwandtſchaft Irenens mit der ei⸗
genen, innig geliebten Schweſter Marie ihn angezogen haben,
der Jugend, Schönheit und künſtleriſche Begabung ähnlich zur
Seite ſtanden.
Die Aufnahme Irenens in die Dichtung bot ungezwungen
die Möglichkeit, das farbenbunte Leben Venedigs im 16. Jahr⸗
hundert in einem großartigen Kulturgemälde lebensvoll auszu⸗
breiten. Notizen, die das Scheffelarchiv im Nachlaß des Dichters
verwahrt, laſſen den Plan des Romanes wenigſtens nach ſeinen
ungefähren Umriſſen erkennen. Der Held hieß urſprünglich
Dietrich, ſpäter Siegfried von Rodenſtein, nach dem ſagenbe⸗
rühmten Adelsgeſchlecht des Odenwaldes, das die Phantaſie des
Dichters von Jugend auf beſchäftigt hatte. Student in Witten⸗
berg, ſollte er, unbefriedigt von der Wiſſenſchaft und tatengierig,
die Feder mit dem Schwerte vertauſcht haben, als der Schmal⸗
kaldiſche Krieg ausbrach. In Schärtlin von Burtenbachs Heer
hat er den Krieg in Süddeutſchland mitgemacht und war nach
ſeinem unglücklichen Ausgange nach Frankreich gewichen. Unter
Herzog Moritz von Sachſen hatte er noch einmal ein Fähnlein
wider den Kaiſer nach Tirol geführt und konnte nach geſchloſſenem
Frieden nicht aus Frankreich ins Vaterland zurückkehren, da
man ſeinen Namen in den kaiſerlichen Amneſtiebrief aufzunehmen
vergeſſen hatte. So trifft ihn in Lyon, wo er untätig liegt, die
Bekanntſchaft mit einem Waldenſerprieſter und lockt ihn ins
Angrognatal: gerne hätte er dort im einſamen Hochtal, fern von
der enttäuſchenden Welt, als Mitglied der ſektierenden Gemeinde
dauernd ſich angeſiedelt, wird aber durch die Truppen der Turiner
Inquiſition vertrieben. Auch in der Stille der Tridentiner Berg⸗
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