Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6992,g-6
Scheffel, Joseph Victor von; Panzer, Friedrich [Hrsg.]
Irene von Spilimberg: unvollendeter Roman
Karlsruhe, 1930
Seite: IX
(PDF, 13 MB)
Bibliographische Information
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Freiburg und der Oberrhein

  (z. B.: IV, 145, xii)



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welt, wohin er ſich mit dem alten Kriegskameraden Lauten⸗
ſchlager und dem treuen Reitersjungen Heinzlein geflüchtet, läßt
man ihn nicht lange bleiben. So beſchließt er eine Pilgerfahrt
ins Heilige Land, wozu, ſeltſam genug, der räuberiſche UÜberfall
auf einen Biſchof, der gerade durchs Sarcatal reitet, die Mittel
liefern muß. Rodenſtein zieht weiter nach Venedig, wo er mit
den beiden Getreuen ſich einzuſchiffen gedenkt: aber der bloße
Anblick Irenens beſtimmt ihn, die Genoſſen allein ziehen zu
laſſen. Er bleibt in Venedig. Ein Zufall macht ihn mit Pietro
Aretino, dem böſen Spötter, bekannt. Dankbar für den Bei⸗
ſtand, den er ihm geleiſtet, da er nächtlicherweile überfallen
wurde, führt Aretin den Deutſchen in die Familie des alten
da Ponte ein. So darf er Irene nahen, die er von Freiern
bedenklich umſchwärmt findet. Ein ſpaniſcher — ſpäter heißt
es: römiſcher — Edelmann Caraffa und ein venezianiſcher Pa⸗
trizier Gradenigo ſcheinen beſonders gefährlich. Siegfried er⸗
klärt ſich ſchließlich der Geliebten, die ihm Zeichen der Neigung
gegeben, wird aber abgewieſen, und Irene verlobt ſich in Trotz
und Beſtürzung mit Gradenigo. Doch dauert dieſe Herrlichkeit
nur kurze Zeit. Sie entzieht ſich dem Verlobten und geht zu
dem alten Tizian, der ihr gleichfalls mit heimlicher Neigung
anhängt, um ſich fortan, geſellſchaftlicher Zerſtreuung und un⸗
fruchtbarem Dilettieren entfliehend, ernſter Kunſtübung zu wid⸗
men. Bei ihm aber ſtirbt ſie, während der Rodenſteiner, den die
Republik in ihre Dienſte genommen, gegen die Uskoken, ein
ſeeräuberiſches Volk der Adria, ausgerückt iſt. Wie des Helden
letzte Schickſale ſich geſtalten ſollten, wird aus den erhaltenen
Aufzeichnungen nicht mehr unmittelb ar deutlich. Es ſcheint, daß er
mit ſeinem Schmerz abermals in die Einſamkeit flüchten und auf
dem ſtillen Schloſſe eines venezianiſchen Freundes ſeine Erleb⸗
niſſe aufzeichnen ſollte, um dies „venezianiſche Gedenkbuch“ der
Mutter Jukunda oder, wie es in einer anderen Notiz heißt, der
Schweſter Helene in die Heimat zu ſenden, die lange Jahre
nichts mehr von ihm vernommen. Zwölf Jahre ſpäter aber ſollte
er, wohl wieder in venezianiſchen Dienſten, anſcheinend noch
einmal in den Krieg ziehen und in der Schlacht von Lepanto

* NK r


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