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Schärtlin in großer Practica und Anſehen ſtund, vermeinend,
unter ihm des weitern zu dienen.
Siehe, ſo hat bemeldeter Schärtlin inzwiſchen mit Kaiſer und
Reich ſeinen Frieden gemacht und ſich mit ihnen ausgeſöhnet,
alſo daß er von der Kron Frankreich Urlaub und Abſchied er⸗
wirkte und ſich anſchickte mit ſeinen Söhnen und Vettern und
Hauptleuten, die mit ihm vertrieben geweſen, heimzukehren und
war ihm verſprochen, daß er wohl empfangen und ſo er ſich
friedlich halte, von Niemand ob vergangener Mißhelligkeit an⸗
gefochten ſein ſollte.
Dieweil ich aber in jener Zeit von ihm abweſend, war ver⸗
geſſen worden, auch meinen Namen in jenen kaiſerlichen Be⸗
gnadigungs und Amneſtiebrief zu ſetzen, und fand ich mich darum
in einer bedrängten und mißlichen Lage. Denn des Schärtlin
in Frankreich zurückgelaſſene Knecht wurden unter Befehl des
Rheingrafen geſtoßen, unter dem ich nicht zu Feld ziehen mocht,
noch weniger aber ſtund mein Sinn darauf, Reu und Leid zu
machen, vornehme Fürbitt' anzurufen und als ein verlorener
Sohn denen mein Knie zu beugen, wider die ich ſo manch einmal
ſtolz und fröhlich gekrieget.
Item ſo lag ich zu End des Jahres 1553 in der ſchönen
Stadt Lyon am Rhoneſtrom, hielt mich ſtill und wußt nicht des
Näheren, wohin mich wenden.
Bei mir war mein alter Kriegsgeſell Hans Lautenſchlager,
der ehedem ein Bergmann in Tyrolerland, doch ſchon ſchier ſeit
dreißig Jahren lieber mit Hallparte und Hackenbüchſe denn mit
Spaten und Bergmannshammer hantierte und als Rottmeiſter
in meinem Fähnlein geſtanden. Dieſer brave Geſelle war mir
und ich ihm mit einer ſonderbaren Lieb zugethan ... er hatte
Noth und Gefahr allzeit wie ein Bruder mit mir getheilt und
ſchon im 1546 er Jahr, da wir zwiſchen Ingolſtadt und Neuburg
wider den Kaiſer kriegten und Gerlaffing ſtürmten, das feſte
Dorf, darin Herrn Octavio Farneſes italieniſche Schützen lagen,
wär ich ohne ſeine guten Dienſt wohl ſchwerlich mit heiler Haut
davongekommen. Hatten uns auch ſeit jenem Tag, da er mich
im Gewühl des Scharmützels unter meinem erſchoſſenen Gaul
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