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hätt prophezeien mögen — aber jenes Edelknaben Blick konnt
ich ſchwer ertragen.
War ihm auch nie wieder begegnet, bis er — um ein Decen⸗
nium älter geworden — hier an den Abhängen der Vaccheraalp
ſich zum zweitenmal auf mich geheftet.
Und nicht zum letzten!
Damals aber wars nicht Zeit, alte Geſchichten zuüberdenken —
ob der Kriegsmann mit dem böſen Aug mich erkannt, weiß
ich nicht, von allen Seiten giengs drunter und drüber...
Schlachtruf, gellender Hörnerton, rollender Wiederhall der
Schüſſe, Stöhnen Getroffener, klirrend Aufſchlagen von Eiſen
auf Eiſen — Handgemeng ringsum...ein dichter Pulverdampf
verhüllte wolkengleich die Höhen, dann ſah ich auch den Pulver⸗
dampf nicht mehr, ſchwarz ward mir vor den Augen, im linken
Oberarm ſaß Etwas wie eine aus naher Mähe geſchoſſene
Büchſenkugel und über Stirn und Wange ſaß Etwas wie ein
Hallepartenſchlag... dann noch einmal waldenſiſch Kriegs⸗
geſchrei... Blitz und blau Feuer! hört ich Lautenſchlagers
Stimme mir zur Seite, itzt gilts!...eng zuſammengepreßt
thaten die Letzten unſeres Häufleins einen Ausfall und brachen
mit dem Schwert Weg durch den Feind. Von meines Kriegs⸗
geſellen treuer Fauſt mit fortgeriſſen, wie ein Schlafwandler
weiterfechtend ſtrebt ich bergab... gen Pra del Torno hin ...
was weiter geſchah, ich weiß es nicht, Betäubung und Schmerz
erſparten mir den Reſt .. die Männer von Angrogna waren
geſchlagen und auf der Kuppe der Vaccheraalp flatterte ſiegreich
das weiße Kreuzbanner Savoyens.
Als es wieder licht in meinem Denken ward, kalt und klar
war die Nacht aufgegangen, die Sterne funkelten ſchweigend
auf die noch vor Kurzem von Schlachtlärm umtobten Berge,
lag ich in pfadloſer Felsſchlucht beim Rinſal eines Baches in
des Reitersjungen Schoß, mir zur Seite ſtund Lautenſchlager
der Alte, rieb mein Haupt mit kühlem Schnee und ſprach:
Wacht auf Herr Siegfried, die Luft iſt zu ſchneidig für einen
wunden Mann, Ihr müßt noch ein paar Stunden laufen, das
wärmt das Blut.. s iſt ſauber drauſſen.
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