Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6992,g-6
Scheffel, Joseph Victor von; Panzer, Friedrich [Hrsg.]
Irene von Spilimberg: unvollendeter Roman
Karlsruhe, 1930
Seite: 45
(PDF, 13 MB)
Bibliographische Information
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Freiburg und der Oberrhein

  (z. B.: IV, 145, xii)



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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel1930/0062
mit das beladen war, von ſeinem Rücken und luden ihn auf
Lautenſchlagers Roß ... derweil machte ſich auch der Reiters⸗
jung, der ſich mit dem biſchöflichen Geleitsmann wacker herum⸗
getummelt und an ihm hieng als wär er an ihn gekoppelt, von
ihm los... jetzt kam mit lautem Halloruf der Trupp Reiter,
der in etlicher Entfernung verblieben war, nachgeſprengt, der
Caſtellan von Arco an der Spitze. ...
Da galt kein Säumen und ich konnt dem geiſtlichen Herrn nicht
mehr begreiflich machen, aus welchen Gründen und vonwelcherlei
Leuten dieſe Wegelagerei über ihn ergangen... hielt mich nun
mit meinen Geſellen eng zuſammen und ſprengte wider die
Reiter... da war in allem Ernſt des Lachens reiche Gelegenheit,
denn der Caſtellan von Arco, ſo ein alter Geck ſein muß oder
in Rittergedichten und Fabelbüchern Etwas von einem Zauber⸗
helm geleſen hat, trug einen Helm mit zwei Köpfen, alſo daß ein
gedoppelt Haupt und gedoppelt Viſir, eines halbrechts das andre
halblinks gewendet war. Damit ſollte wohl ſchlauerweiſe der
Widerſacher irrgeführt werden, daß er nicht wiſſe, unter welchem
Helmhaupte das des Kriegshelden ſtecke, der ihn trug...
Aber ich ließ mich von dieſem zwiekopfigen monstrum nicht
ſchwer anfechten und tummelte meinen Schimmel wider ihn, hatte
ihm auch bald ſein ſchwarz Rößlein niedergeſtochen, ſodaß er bös
zugerichtet mit ſeinem Doppelhelm das Erdreich küſſen mußt, und
wiewohl ſeine Reitersleut ſich redlich hielten, auch aus ihren
Feuerbüchſen etliche Schüſſe auf uns gehen ließen, ſtund das
Glück auf unſerer Seite, ſodaß wir unverſehrt den Trupp durch⸗
brechen und ohne weitere Verfolgung thalabwärts entreiten
konnten.
Thutmir nurleid, daß ich beſagtem Caſtellan nicht zum Andenken
dieſes Stückleins ſeinen wunderbaren Helm, oder einen Handſchuh
und einen Sporen hab abnehmen können, aber dazu war keine
Zeit und wer den Schaden hat, braucht auch ohne ſolche De⸗
müthigung für den Spott nicht zu ſorgen.
Dies alles war in Friſt weniger Minuten geſchehen.. und
mußt für einen Zuſchauer ein waidlich ſchönes Bild geweſen ſein,
denn unter Donner und Blitz bei ſtrömendem Regen in einſamer

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