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Bergwildniß ſieht man nicht jeden Tag einen Biſchof und einen
Caſtellan im Doppelhelm niederwerfen. Ich ſelber aber hatt in
der Hitze der Action wenig von den Leuten wahrgenommen mit
denen wir zu thun gehabt, inſonderheit des welſchen Biſchofs
Angeſicht und Ausſehen nicht ins Aug gefaßt, nur das hört
ich, wie wir mit ſeinen Geldſäcken an ihm vorüberſprengten,
wie er lautklagend ausrief:
O ira furoris Deil
Dieſelbe Nacht noch ritten wir viele Meilen weit, überſtiegen
die Gebirge, die ſich nach dem Gardaſee herunterſtrecken, kamen
an die Etſch und konnten uns ohne Anfechtung in der Venediger
Gebiet ziehen.
Da wir aber in Verona Raſt hielten und die Beute von des
Biſchofs Maulthier überzählten, fanden wir in jenem Sack an
Silber und Gold bei achthundert venetianiſcher Goldgulden —
ein ſchön Stück Geld, aber unſchön verdient und für Pilgers⸗
leut, die damit nach Jeruſalem zu reiſen gedachten, ein ſünd⸗
hafter Zehrpfennig. ...
VI.
Was iſt das für ein groß Waſſer? frug der Reitersfung
etliche Tage hernach, da wir an Padua vorüber einen Ritt der
Brenta entlang gemacht hatten und nun hinter kahlem ſumpfigen
Flachland einen weiten Waſſerſpiegel erglänzen ſahen.
Steig vom Gaul, ſprach Lautenſchlager und trink, dann ſag
ich dirs.
Der Jung ſtieg ab, trat vor an das ſandige Ufer und ſchöpfte
einen Trunk..zog aber ein bös Geſicht, da ers verſucht
hatte.
Wir waren in der Zollſtätte Fuſina, der See vor uns die
Lagunen, das Waſſer geſalzen Meerwaſſer, der düſtere Streif
von Häuſern, Kuppeln, Thürmen, Palläſten der ſich an der
Grenze zwiſchen Fluth und Himmel emporreckte, die alte, hoch⸗
berühmte, wunderſame Stadt Venedig. Vinegia, chi non ti
ha visto, non ti pregia, ſagt ein Sprichwort. Ich griff un⸗
willkürlich ans Reiſebarett zum Gruß der Königin der Meere.
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