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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_sw1/0011
8 Des Dichters Leben und ſeine Werke.

terlandes aus dem heißen Ringen mit heimgebracht, das ihm
durch ſein ganzes ferneres Leben hindurch leuchtend vor Augen
ſtand und das er ſeinem Sohn redlich vererbt hat. Nach Be⸗
endigung des Krieges blieb Ph. J. Scheffel zunächſt Soldat,
wurde Mitglied der Kommiſſion für die Regulierung der Rhein⸗
grenze, deren Arbeiten er durch ſeine Tätigkeit weſentlich zu
fördern wußte, und trat endlich in die Waſſer⸗ und Straßen⸗
baudirektion ein, als deren Oberbaurat er am 16. Januar
1869 geſtorben iſt. Scheffel war ein Mann ſtrengſter Pflicht⸗
erfüllung, die ſich nichts abhandeln läßt, ein Staatsdiener voll
gemeſſenen Selbſtbewußtſeins und voll berechtigten Stolzes
auf ſeine Stellung, der für ſeinen Sohn kein höheres Ziel
kannte, als den Eintritt in die Beamtenhierarchie des badiſchen
Staates, wo ihm dann ſeine Begabung die Wege zu den höch⸗
ſten Amtern öffnen mußte. Neben dem Grundzug militäriſcher
Straffheit und ernſter Gediegenheit kam aber doch im Major
Scheffel auch eine Neigung zu künſtleriſchen Dingen zur Gel⸗
tung. Er beſaß ſelbſt ein gutes zeichneriſches Talent und ver⸗
kehrte gern mit Künſtlern, wir nennen nur Moriz von Schwind,
Feodor Dietz, Baptiſt Kirner und den Galeriedirektor From⸗
mel, denen das Haus in der Karlsruher Stephanienſtraße ſtets
gaſtlich geöffnet ſtand. Und auch der Dichtung, ſofern ſie als
gelegentliche Zierde des Daſeins in Erſcheinung trat, im be⸗
ſonderen der Heimatdichtung eines Johann Peter Hebel, hat
er warmes Intereſſe entgegengebracht.
Ganz unverkennbar iſt Joſeph Victor Scheffel gerade im
Hinblick auf dieſe zweiſeitige Weſenseigentümlichkeit ſeines Va⸗
ters Sohn. Neben dem ausgeprägten, von feſtem Willen ge⸗
tragenen Pflichtbewußtſein, das in der gewiſſenhaften Ver⸗
folgung eines ohne jede innere Nötigung betriebenen, ja auf⸗
gezwungenen Studiums zu Tage tritt, hat er beſonders jene
peinliche Treue im kleinen und kleinſten, jene Gewiſſenhaftig⸗
keit vom Vater geerbt, die auch für ſeine Dichtung, ſofern ſie
in ihrer ſtofflichen Eigenart gelehrte Studien zur Vorausſetzung
hat, von Bedeutung werden ſollte, ja die ſogar eine gewiſſe Ge⸗
fahr ſowohl für den Gehalt wie für die künſtleriſche Form ſeiner
Werke in ſich ſchloß. — Und anderſeits offenbart ſich das vä⸗
terliche Erbe als ausgeſprochene Neigung zur Betätigung auf
dem Gebiete der bildenden Kunſt, insbeſondere der Landſchafts⸗
malerei, welche Neigung ja auch in der Schweſter Marie ſtark


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