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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_sw1/0016
Des Dichters Leben und ſeine Werke. 13

Neben die Familieneinflüſſe, denen der Hinweis auf die Be⸗
deutung gleich angereiht ſein mag, die die häusliche Pflege der
alemanniſchen und ſchwäbiſchen Heimatdichter für den heran⸗
wachſenden Knaben gewann, tritt dann die Schule, die Scheffel
als einer der begabteſten ſeiner Mitſchüler, vielfach durch Preiſe
ausgezeichnet, im Sommer 1843 als Primus omnium berläßt.
Wie ſchon angedeutet, überſah der Vater den in der ausge⸗
ſprochen hiſtoriſch⸗philologiſchen Begabung des Sohnes für
das künftige Studium liegenden Wink ebenſo wie dieſer ſelbſt.
Seine Abſicht, Maler zu werden, mußte er gegenüber dem be⸗
ſtimmt ausgeſprochenen Wunſch des Vaters, der in der juriſti⸗
ſchen Laufbahn alles Heil des Sohnes erblickt, aufgeben. Und
es iſt nachdrücklich hervorzuheben, daß Scheffel, ſowohl in Mün⸗
chen wie in Heidelberg, in Berlin und dann wieder in der
Neckarſtadt den ſtrengen Meiſtern des römiſchen Rechts ſich mit
bewußtem Ernſt und klarer Zielſtrebigkeit hingegeben hat, ſo
daß er 1848 und 1849 ſeine Staatsprüfung ſowohl wie das
Doktorexamen mit beſtem Erfolg beſtehen konnte. Wenn Schef⸗
fel ſpäter die juriſtiſche Laufbahn aufgab, ſo folgte er dabei
einer inneren Notwendigkeit, die dem Ringenden nach Voll⸗
endung des Studiums und nach den erſten Verſuchen praktiſch⸗
juriſtiſcher Betätigung allmählich klar geworden war und die
ihn alle entgegenſtehenden Schwierigkeiten, und ſie waren ſehr
laglreich und beanſpruchten autoritative Geltung, überwinden
ließ.
Der junge Student ſorgte ſich darum noch nicht. Sein Be⸗
wußtſein war weit genug, um auch den geſchichtlichen und
äſthetiſchen Studien Raum zu laſſen, denen er mit Liebe und
lebendiger Beteiligung nachging. Und München bot dem Stre⸗
benden außer ſeiner Kunſt und dem Umgang mit den Künſtlern
noch ſo mancherlei anderes, was ihn innerlich ſtark berührte:
eine erſte und keineswegs flüchtige Jugendliebe zu der ſchönen
und liebenswürdigen Julia v. Schlichtegroll und eine Befrie⸗
digung ſeines Freundſchaftsbedürfniſſes durch die Beziehungen
zu Friedrich Eggers und zu Auguſt Eiſenhart, die ein ganzes
Leben hindurch dauern ſollten *).

*) Mehrere bedeutungsvolle Briefe an Eggers aus der Frühzeit hat Proelß
im 137. und 138. Bd. der „Deutſchen Rundſchau“ veröffentlicht, ſie müſſen von
jedem Scheffelfreund geleſen werden, die Originale befinden ſich jetzt mit vielen
anderen noch ungedruckten im Beſitz der Familie Scheffel und werden hoffent⸗


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