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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_sw1/0026
22 Des Dichters Leben und ſeine Werke.

„Es möge von Seite Badens wie der übrigen deutſchen Staaten
mit aller Energie am deutſchen Bunde gegen die vom jetzigen
König von Preußen beanſpruchte Diktatur hingewirkt, — in⸗
ſonderheit mögen bei der Bildung des deutſchen Parlaments
die in der Proklamation vom 21. März gemachten Vorſchläge
als nicht ergangen betrachtet werden.“

Indem wir einen weitern Beſchluß hierüber dem Ermeſſen der
hohen Kammer anheimſtellen, ſprechen wir die gegründete Hoffnung
aus, daß dieſelbe die geeigneten Schritte tun werde, um dieſem von
ganz Deutſchland geteilten Volkswunſche Nachdruck zu verleihen!

Karlsruhe, den 25. März 1848.
(Folgen die Unterſchriften.)

II. Gruß ans preußiſche Volk.
Preußen! Brüder!

Was wir von euerm König denken, haben euch die voranſtehen⸗
den Worte geſagt! Eine Hand, die befleckt iſt vom Blut unſrer
Brüder, und ſei ſie auch die des ſich am mächtigſten dünkenden
deutſchen Fürſten, eine Hand, die ſich ſo oft zum Schwur erhoben
für Volkesglück und Volkesfreiheit und dieſen Schwur ſo ſchlecht ge⸗
halten, die Hand ergreifen in dieſer heiligen Stunde deutſcher Ge⸗
ſchichte, wo es gilt, die Vergangenheit zu ſühnen und als ein neues,
freies, einiges und ſtarkes Volk in die Reihen der übrigen wieder
einzutreten, — Preußen, Brüder, das können wir nicht, — das
könnt ihr ſelber nicht! Aber euch die Bruderhand zu drücken,
euch zu ſagen, daß nichts vermocht hat und vermag, die alte Liebe
zu unſerm großen Bruderſtamm aus unſrer Bruſt zu tilgen, euch
zu ſagen, daß die Erinnerungen an jenen Freiheitsmorgen, wo wir
mit und neben euch im heiligen Kampf geſtanden für unſer eines,
teures Vaterland, daß ſie noch warm und friſch in unſrer Seele
ſtehen, euch zu ſagen, daß wir mit innigſter Teilnahme euch auf dem
Entwickelungsgange verfolgt, den der Wille eines einzelnen zwar eine
Zeitlang hemmen, deſſen gewaltſam zurückgehaltene Kraft aber mit
um ſo größerer Macht und Glorie wir im Geiſte voraus hervor⸗
brechen ſahen, und dann vor allem euch die Bewunderung auszu⸗
ſprechen, die Hoch⸗ und Dankgefühle, welche die Erhebung und der
Todesmut eurer und unſerer Brüder in Berlin an jenem ewig denk⸗
würdigen, blutig⸗großen Tage des 18. März in unſrer Bruſt her⸗
vorgerufen, — das euch zu ſagen, und darum euch die Bruderhand
zu drücken, das drängt es uns, das können wir nicht laſſen!
So nehmt drum dies fliegende Blatt, es ſoll der Bote unſrer
Herzen ſein! Nehmt's als die Bürgſchaft unſerer Liebe, als Unter⸗
pfand der Treue eurer Brüder! Vielleicht — wer vermag in die


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