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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_sw1/0028
24 Des Dichters Leben und ſeine Werke.

dem Kriminalbureau des Heidelberger Oberamtes knüpfte er
jene Beziehung zu dem ſog. „Engeren“ an, die für ſeine Dich⸗
tung ſo bedeutungsvoll werden ſollte, wenn das im vollſten
Maße auch erſt ein paar Jahre ſpäter (1854/55) in Erſcheinung
trat. Beſonders herzlich wurde die Verbindung mit dem Vor⸗
ſitzenden der feuchtfröhlichen Mittwochstafelrunde, dem „Mei⸗
ſter der deutſchen Geſchichte“ Ludwig Häuſſer, der Scheffel
als Gelehrter ſowohl wie als Menſch mächtig anzog und der
ſeinerſeits den Dichter der Teutoburger Schlacht, des über⸗
mütigen Hildebrandliedes, des Grenzwallgeſanges,
des Perkéo, des Heſiod und ſo mancher in unſerm 9. Band
zum erſtenmal zuſammengefaßten übermütiger „Bummellie⸗
der“, in ſein Herz ſchloß. Und nicht minder bedeutungsvoll
ſollte die Beziehung zu Chriſtoph Schmezer, dem Pfarr⸗
herrn von Ziegelhauſen bei Heidelberg, werden, der zugleich
ein außerordentlich tüchtiger Naturwiſſenſchaftler und ein be⸗
gabter Künſtler im melodramatiſchen Vortrag humoriſtiſcher
Gedichte und Lieder war und der ſich der Flüchtlingskolonie
in Auerbach an der Bergſtraße angeſchloſſen hatte, die nach
dem Ausbruch der badiſchen Mairevolution für die Dauer von
etwa ſechs Wochen am Fuße des Melibocus von ſolchen Män⸗
nern des Großherzogtums gebildet wurde, die nach ihrer po⸗
litiſchen überzeugung den gewaltſamen Umſturz ablehnen muß⸗
ten und zu denen neben Häuſſer, Gervinus u. a. auch Scheffel
gehörte. Schmezers muſikaliſche Begabung, die für die neuen
Gedichte des jungen Freundes gleich die paſſenden Melodien
zu finden wußte, iſt für die Verbreitung dieſer Lieder von
weſentlicher Bedeutung geworden.
Üüber die auf die Auerbacher Zeit folgenden Monate ſoll uns
Scheffel ſelbſt berichten. Er ſchreibt an Eggers:
„Wieder heimgekehrt habe ich noch den letzten Akt der badi⸗
ſchen Revolution, die Belagerung von Raſtatt, vier Wochen
lang in unmittelbarer Nähe geſchaut, indem ich den badiſchen
Beamten in Kuppenheim vor Raſtatt als Aushilfe beigegeben
war. Da war freilich das Kanonengebrumm unſer regelmäßi⸗
ger Morgen⸗ und Abendſegen. .
Wie ich aber da in der Nähe all das unermeßliche Elend ſah,
in das unſer armes Land kam, und wie nach der Übergabe von
Raſtatt die Standrechtsſchüſſe zu knallen anfingen, — und
wie die ganze alte geiſt⸗ und herzloſe Reaktion, die ſich ſeit


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