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Des Dichters Leben und ſeine Werke. 51

J. Vict. Scheffel, Stuttgart 1859“, eine tadelloſe philologiſche
Leiſtung. Zum Abdruck in einer Ausgabe ſeiner Werke ſind die
notizenartigen Einzelbeſchreibungen jedoch nicht geeignet.
Auf die vielfachen Wanderungen in dieſer Lebensepoche iſt
ſchon hingewieſen, als beſonders bedeutungsvoll erſcheinen die
Fahrten, die der Dichter im Sommer 1859 in Thüringen und
im Frankenland unternahm, ſie und die Sommerſtreifen des
Jahres 1860 haben einen großen Teil der Gedichte gezeitigt,
die dann in der „Frau Aventiure“ (1863) zum Buch zuſammen⸗
gefaßt wurden. Im Jahre 1860 ſind auch die „Bergpſalmen“
gedichtet worden, die im tieferen Grund ebenfalls mit dem
Nibelungenplan zuſammenhängen. Neues Wiederſehen mit
Emma Heim ließ alte Leidenſchaft aufflammen und führte zur
Entſtehung ergreifender Gedichte. Wiederholte Einladungen
nach Jena und der Wartburg, denen er aus naheliegenden
Gründen nicht ſtets zu folgen vermochte, ſtellten Scheffel das
heiß und ach ſo vergeblich umworbene Ziel immer wieder vor
das mahnende Auge. Innere und äußere Unraſt quälten den
Bedauernswerten, dem die Schillerfeier des Jahres 1859 den
niederdrückenden Vergleich mit dem Großen aufdrängte, der
im Unterſchied zu ihm immer alles konnte, was er wollte.
Unglückſelige Mißverſtändniſſe kamen dazu, um ſein Gemüt
noch mehr zu verwirren, und ſo brach zuletzt als das Ergebnis
vieler einzelner Faktoren die Krankheit aus, die ſeinen klaren
Geiſt verwirrte und die das Allerſchlimmſte befürchten ließ.
In der Anſtalt Breſtenberg am Hallwyler See fand Scheffel
Heilung und zwar dauernde Heilung. Was ärztliche Behand⸗
lung etwa noch nicht hatte beſeitigen können, das bezwang er
im Laufe der nächſten Jahre durch vielfache Wanderungen.
Scheffel hat ſich tatſächlich geſund gewandert. Ein Aufenthalt
in dem oberbayriſchen Dörſchen Pinzenau im Jahre 1863
befeſtigte den guten Stand ſeines Befindens.
Um die äußeren Tatſachen von Scheffels Leben hier gleich
noch bis zum Ende aufzuzählen: Im Jahre 1864 verheiratete
er ſich mit Caroline von Malſen, lebte in der Schweiz erſt in
wie es ſcheint glücklicher Ehe, die aber bald vielleicht kurz nach
dem Tod der alten Frau Major (1865) und nach der Geburt
des Sohnes (1867) eine dauernde Trübung aus nicht bekannten
Gründen erfuhr, die die Trennung der Ehegatten bedingte.
Die Briefe in Luiſe v. Kobells Scheffelbuch und Briefſtellen an

d*


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