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Als Zueignung.
Und manch ſüdlich heißen Flohſtich.
Doch des Lotos ſüße Kernfrucht,
Die der Heimat Angedenken
Und der Rückkehr Sehnſucht austilgt,
Fand ich nicht auf welſchen Pfaden.
's war in Rom. Schwer lag der Winter
Auf der Stadt der ſieben Hügel,
Schwer — ſelbſt Marcus Brutus hätt' ſich
Einen Schnupfen zugezogen,
Und des Regens war kein Ende;
Da ſtieg wie ein Traum der Schwarzwald
Vor mir auf und die Geſchichte
Von dem jungen Spielmann Werner
Und der ſchönen Margareta.
An der beiden Grab am Rheine
Stand ich oft in jungen Tagen;
Vieles doch vergißt man wieder,
Was am Rhein begraben liegt.
Jetzo wie dem Mann, dem plötzlich
Laut das Ohr klingt, als ein Zeichen,
Daß die Heimat ſein gedenket,
Klang mir die Trompete Werners
Durch den röm'ſchen Winter, durch den
Blumenſcherz des Karnevals.
Klang erſt fern, dann nah und näher,
Und gleich dem Kriſtalle, der aus
Dunſtig feinen Luftgebilden
Niederſchlägt und ſtrahlend anſchießt,
Wuchſen mir des Lieds Geſtalten.
Sie verfolgten mich nach Napel;
m bourboniſchen Muſeum
Traf ich meinen alten Freiherrn,
Lächelnd droht er mit dem Krückſtock.
Und am Tore von Pompeji
Saß der Kater Hiddigeigei.
Knurrend ſprach er: „Laß die Studien,
Was iſt all antiker Plunder,
Was der Moſaikhund ſelbſt im
Haus des tragiſchen Poeten
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