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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_sw1/0074
Erſtes Stück.

Wie jung Werner in den Schwarzwald einreitet.

Auf zum Schwarzwald ſchwingt mein Lied ſich,
Auf zum Feldberg, wo das letzte
Häuflein ſeiner Berggetreuen
Trotzig feſt nach Süden ſchauet
Und, bewehrt im Tannenharniſch,
Grenzwacht hält am jungen Rhein.

Sei gegrüßt mir, Waldesfriede!
Seid gegrüßt mir, alte Tannen,
Die ihr oft in euxen Schatten
Mich, den Müden, aufgenommen.
Rätſelhaft verſchlungen ſenkt ihr
In der Erde Schoß die Wurzeln,
Kraft aus jenen Tiefen ſchöpfend,
Deren Zugang uns verſchloſſen.
Und ihr neidet nicht des flücht'gen
Menſchenkindes flüchtig Treiben,
Lächelnd nur, — zur Weihnachtzierde
Schenkt ihr ihm die jungen Sproſſen.
Auch in euren Stämmen lebt ein
Stolzes ſelbſtbewußtes Leben,
Harzig Blut zieht durch die Adern,
Und es wogen die Gedanken
Schwer und langſam auf und nieder.
Oft ſah ich die zähe, klare
Träne eurer Rind' entquellen,
Wenn im Forſt ein rauher Axthieb
Frevelnd die Genoſſin fällte;
Oft auch hört' ich eurer Wipfel
Geiſterhaft Zuſammenflüſtern,
Und es zog mir durch die Seel' ein
Süß geheimnisvolles Ahnen.
Zürnt drum nicht, wenn hell mein Sang jetzt
Einzieht in das Waldrevier. —


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