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Wie Jung Werner in den Schwarzwald einreitet. 15

Klopft' ihm freundlich auf die Schulter:
„Gott zum Gruß, mein junger Herre,
Habt ein wacker Stück geblaſen!
Seit die kaiſerlichen Reiter
Den Feldwebel hier begruben,
Den bei Rheinfeld eine ſchwed'ſche
Feldſchlang' tief ins Herz gebiſſen,
Und dem toten Kameraden
Die Reveill' zum Abſchied blieſen:
Hört' ich nimmer hier im Walde
— Und 's iſt lang ſchon — ſolche Töne.
Nur die Orgel weiß zu ſpielen
Kümmerlich mein Organiſt:
Drum verwunder' ich mich billig,
Solchen Orpheus hier zu treffen;
Wollt Ihr unſerm Waldgetiere,
Dachs und Fuchs und Hirſch und Rehen,
Einen Ohrenſchmaus bereiten?
Oder war's ein Zeichen, wie das
Hifthorn des verirrten Jägers?
Ihr ſeid fremd, — ich ſeh's am Zuſchnitt
Des Kolletts, am langen Degen;
Weit iſt's nach dem Städtlein unten
Und der Weg kaum praktikabel.
Schaut, ſchon ziehn des Rheines Nebel
Sich herauf zu unſern Wäldern,
Und es ſcheint mir ſehr geraten,
Daß Ihr Obdach bei mir nehmet;
Dort im Tale ſteht mein Pfarrhaus,
Einfach iſt's — doch Roß und Reiter
Finden leidlich Unterkunft.“

Sprach der Reiter: „Fremd in fremdem
Lande ſteh' ich und hab' wirklich
Noch nicht näher reflektieret,
Wo ich heute Nachtruh halte.
Nöt'genfalls zwar ſchläft ein freies
Herz auch gut in freiem Walde,
Doch ſolch freundlich Anerbieten
Nehm' ich dankbar an — ich folg' Euch.“


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